Das Herkules-Duo und Solist Wolfgang Lendle überzeugten bei der Reihe Kasseler Gitarrenkonzerte

Beeindruckende Vielfalt der Klänge

Virtuos: Michael Tröster (links) und Boris Tesic .... Foto: Schachtschneider

Kassel. Großer Andrang bestimmte die erstmals veranstaltete Reihe Kasseler Gitarrenkonzerte am Wochenende in der Musikakademie. Ein voll besetzter Saal im Eröffnungskonzert mit dem Herkules-Gitarrenduo sowie rund 80 Zuhörer beim Soloabend von Wolfgang Lendle zeigten das große Interesse an klassischer Gitarrenmusik und ihrer beeindruckenden Vielfalt.

Fein abgestimmte Virtuosität: Mit Duo-Musik von Italien bis Mexiko spannten Michael Tröster und Boris Tesic als Herkules-Duo einen großen Bogen: Einem streng klassisch gestalteten Duett von Filippo Gragnani folgte als Kontrast die „Paginas en Bronce“, ein frei atmendes, inspirierendes Werk des zeitgenössischen mexikanischen Komponisten Eduardo Angulo. Humorvoll und mit sprudelnder Virtuosität verfolgten sich beide Gitarristen dann in der „Sonatina Canonica“ von Mario Castelnuovo-Tedesco.

In Trösters selbst komponierter „Sonata Siria“, einer „Reise mit einem riesigen Raumschiff“, überzeugte gerade die durch Flageoletttöne erzeugte, luzide Schwerelosigkeit des langsamen Satzes. Fünf Stücken von Manuel Ponce schlossen sich drei energiegeladene „Brasilianische Szenen“ von Sergio Assad an. Nach so technisch einwandfreiem, souverän abgestimmten Spiel forderten die Zuhörer mit Standing Ovations zwei Zugaben.

Ausdrucksstärke und Emotionalität: Eine durch freie Agogik und große Ausdrucksstärke geprägte Sicht auf die Musik für Gitarre zeigte sich am Samstagabend im Solorezital von Wolfgang Lendle. Nach der Eröffnung mit Heitor Villa-Lobos’ „Préludes“ und einer nur scheinbar barocken Suite von Ponce ließ Lendle in seiner Eigenkomposition „Fandango descarrilado“ den spanischen Tanz „entgleisen“ - gespickt mit modernen Spieltechniken und bestimmt von äußerer Zerrissenheit und Impulsivität.

Der zweite Teil führte (nach der Pointiertheit dreier Werke von Scarlatti) mit Isaac Albéniz in die Welt des maurischen Spanien, dann zur expressiven Musiksprache von Quintín Esquembre und Vicente Asencio. Unter anderem mit dem impressionistischen „Recuerdos de la Alhambra“ verabschiedete sich Lendle von einem begeisterten Publikum.

Von Felix Werthschulte

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.