Katharina Schmidt-Hurtienne und Thomas Tietze musizierten in der Erlöserkirche Harleshausen

Beethoven - auch der unbekannte

Kassel. Erstaufführungen mit Werken von Beethoven sind selten, aber ab und zu findet sich ein Werk, das selbst in kammermusikalischen Fachkreisen unbekannt ist. So auch das am Sonntag musizierte Rondo (allegro) in G-Dur WoO 41 (Werk ohne Opuszahl), ein früher Beethoven, der noch nicht die markante Handschrift des Meisters trägt. Für das Harleshäuser Kammerkonzert am Sonntagnachmittag war es ein schöner Einstieg, so recht zum Warmspielen für Katharina Schmidt-Hurtienne (Violine) und Thomas Tietze am Klavier.

Schon hier zeigte sich das gute Verständnis des Duos in fein abgestimmter Dynamik und übereinstimmend klingenden Verzögerungen und Beschleunigungen. Die folgende, auch recht selten gespielte Sonate in a-Moll, op. 23 hat die Besonderheit, dass sie ohne langsamen Satz auskommt.

Nach der Pause gab es als einziges Werk die „Kreutzer-Sonate“ in A-Dur, op. 47, die zunächst gar nicht Kreutzer zugeeignet war und der sie wohl auch nie gespielt hat. Hier haben die Musiker die Möglichkeit, ihr technisches Können und die Gestaltung voll auszuspielen - mit abwechselnden Steigerungen in beiden Instrumenten und mit teils furiosen Tempi.

Eine überzeugende Vorstellung, die den Wunsch aufkommen lässt, dass beiden neben ihren Berufen noch genug Zeit bleibt, ein neues Programm zu kreieren. Viel Beifall der zahlreichen Hörer.

Von Gerhard Rassner

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