Ruvim Ostrovsky spielte in Niestetal-Sanderhausen

Beethoven bleibt die Herausforderung

Ruvim Ostrovsky Foto:  Socher/nh

Niestetal. Seit Ruvim Ostrovsky 2005 in der Sandershäuser Konzertreihe eine sensationelle Interpretation von Beethovens Diabelli-Variationen bot, ist ein Beethoven-Abend mit dem Moskauer Klavierprofessor für Klassikfans ein Muss.

Die drei frühen Sonaten aus op. 2 standen diesmal auf dem Programm, dazu zwei kleinere Variationszyklen ohne Opuszahl. Am Ende des von knapp 60 Zuhörern besuchten Abends stand die Erkenntnis: Auch ein Meisterpianist erwischt nicht immer seinen besten Tag.

Die f-Moll-Sonate op. 2 Nr. 1 diente quasi als Einspielstück: Verhalten der Kopfsatz, etwas schwerfällig und rustikal das Menuett, und dann tatsächlich ein Aussetzer im Prestissimo-Finale. Leichte Konzentrationsschwächen, die Ostrovsky im Laufe des Abends immer wieder ereilten.

Dass Beethovens Sonaten schwer sind, auch wo sie leicht erscheinen, ist eine pianistische Binsenweisheit. Doch es gibt eben Momente, da funktionieren die manuellen Automatismen selbst von Spitzenpianisten nicht hundertprozentig.

Welch ein grandioser Beethovenspieler Ostrovsky in Wahrheit ist, zeigte er in vielen einzelnen Momenten, besonders aber im wunderbar gestalteten Finalsatz der A-Dur-Sonate op. 2 Nr. 2. Auch bei der konzertanten C-Dur-Sonate, der Nr. 3 desselben opus, setzte Ostrovsky einige Glanzlichter - etwa in der Durchführung des Allegro-Beginns und im schmerzhaft-klangvollen Adagiosatz.

Drängende Emotionalität und höchste Anschlagskultur verbindet Ostrovsky idealerweise bei Beethoven. Schöne Beispiele dafür waren seine zwei Zugaben, das berühmte Albumblatt „Für Elise“ und die sechs Variationen op. 76.

Von Werner Fritsch

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