"Begegnungen" mit Angelika Milster

Mit großer Geste: Sängerin Angelika Milster nannte ihr Programm in Vellmar „Begegnungen“. Foto: Fischer

Vellmar. Sängerin Angelika Milster trat am Freitagabend in der Heilig-Geist-Kirche in Vellmar auf. 300 Besucher waren sehr angetan von dem vielseitigen Gastspiel.

Vellmar. Diva, „die Milster“ oder einfach nur Angelika: Alles trifft irgendwie auf die Künstlerin zu, die am Freitagabend in der Heilig-Geist-Kirche in Vellmar auftrat.

Begegnungen, so der Titel ihres Programms. Es waren dann auch Begegnungen, die den Abend ausmachten. Die über 300 Zuhörer trafen auf eine unterhaltsame, nahbare und bestimmende Entertainerin. Auf eine mit 160 Zentimetern kleine Sängerin mit großer Stimme. Auf Musik unterschiedlicher Stilrichtungen – von Popmusik, Schlager, Film- und Musicalmelodien bis hin zu Klassik. Ihren Durchbruch schaffte Angelika Milster vor über 30 Jahren als „Grizabella“ im Musical „Cats“. Seitdem stand sie auf vielen Bühnen als Sängerin und Schauspielerin. Von beidem hatte ihr Auftritt etwas.

Sie sei von der alten Schule, sagte sie und kokettierte gekonnt mit ihrem Alter und ihrer Erfahrung. „Ich verrate ihnen nicht, wie viele Jahre das her ist“, war mehr als einmal süffisant von der 64-Jährigen zu hören. Etwa, als sie über ihre Erlebnisse an der Alten Oper Frankfurt oder von ihrer behüteten Kindheit plauderte.

Sie zog alle Register, auch wenn eines an der Orgel gleich zu Beginn hakte. Vollprofi Milster rettete die Situation, und den sie sonst genial begleitenden Jürgen Grimm an der Orgel. Seit 15 Jahren arbeiten sie zusammen. „Als wir uns kennenlernten, hatte er noch lange Haare“, sagte Milster neckend. Gesang und Orgelklang harmonierten, auch wenn es ungewohnt anmutete, Barbra Streisands „People“ in dieser Kombination zu hören.

„Wo sich Gier, Neid und Hass begegnen, wird es eng“, sagte Milster und sang „Sag mir, wo die Blumen sind“. Sie schaffte traurige und fröhliche Stimmung. Schwarz gekleidet stand sie vor dem Altar, hatte all die ausladenden Gesten eines Bühnenstars drauf und nahm den kühlen Kirchenraum mit Präsenz und Stimme ein.

„Eigentlich wollte ich Tenor werden“, sagte sie und ließ „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ erklingen. Auch das kann sie. Spätestens bei Klassikern wie „Jerusalem“ oder „Over the rainbow“ hielt es einige nicht mehr auf den Plätzen. „Egal was man singt, man muss es mögen. Sonst stimmt die Seele nicht“, sagte Milster. Das Publikum hat diese Begegnung sehr gemocht.

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