Die Old-Boy-Group Santiano erobert mit Seemannsliedern die Hitparaden

Musik aus der Haifisch-Bar: Santiano bedienen in ihren Liedern vom Segelhissen bis zur Buddel voll Rum alles, was man sich gemeinhin unter Seefahrer- und Piratenleben vorstellt. Foto: Universal

Kassel. Deutschland ist nicht gerade eine Seefahrernation. Dass wir uns in jüngster Zeit aber manchmal so fühlen, liegt an fünf gestandenen Musikern aus Flensburg, die unter dem Namen Santiano gerade die Hitparade und sehnsuchtsvolle Herzen erobern. 

Sie vermitteln Seefahrer-Gefühle - als wären unsere Vorfahren noch „Auf Kaperfahrt“ gegangen oder „Frei wie der Wind“, „Weit übers Meer“, „Auf nach Californio“ geschippert und hätten dabei einen „Whiskey in the jar“ nach dem anderen getrunken.

„Bis ans Ende der Welt“ heißt ihr Album, das weniger die Shanty-Kultur pflegt, aber mit Pop-Elementen und Irish-Folk-Anleihen all das verströmt, was sich Landratten unter Piraten- und Seemannsromantik vorstellen. Mit Texten wie „Der Abschied fällt schwer / sag meinem Mädchen ade / Leinen los / Die Tränen sind salzig / und tief wie das Meer / doch mein Seemannsherz brennt lichterloh“ bewegt sich das Ganze zudem in Gewässern, die so flach sind, dass niemand Angst vor dem Ertrinken haben muss.

Damit ist Santiano allerdings das Kunststück gelungen, Shanties, Sauf- und Volkslieder neu und modern verpackt wieder aufleben zu lassen, obwohl die fünf Musikanten nicht mal gestandene Seebären sind.

Bekanntestes Bandmitglied dürfte der Ohnsorg-Theater-Schauspieler Axel Stosberg („Da kommt Kalle“) sein. Pete Sage spielte in den Bands von Westernhagen und Mike Oldfield Geige, von Andreas Fahnert stammt die Musik für die „Werner“-Filme. Björn Both (früher bei Late September Dogs) und Timsen Hinrichsen, der mit seinem Bruder Klaus Hinrichsen schon immer plattdeutsche Lieder spielte, vervollständigen das Quintett.

Die Musiker trafen sich im vergangenen Jahr auf der Party eines gemeinsamen Bekannten. Zu vorgerückter Stunde griff man zur Gitarre und sang ein paar Klassiker aus dem Rock-, Pop- und Waterkant-Fundus. „Beim Klabautermann! Was hier als Super-Stimmungsmacher ankommt, müsste doch auch im großen Stil funktionieren“, sagte sich der ebenfalls anwesende Vertreter einer Plattenfirma und begann den Santiano-Plan zu schmieden. Er sollte Recht behalten. In nächster Zeit könnte „Bis ans Ende der Welt“ an Xavier Naidoo und Adele vorbei bis an die Spitze der Hitparade kommen.

Für Herbst ist eine Tour in Planung. Ein Konzert in Kassel ist laut Management der Band vorgesehen, ein exakter Termin steht aber noch nicht fest. Dies wurde unserer Zeitung auch von Uwe Vater, Geschäftsführer der Agentur MM-Konzerte, bestätigt.

Von Wilhelm Ditzel

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