Kunstmeile Friedrich-Ebert-Straße: 40 Künstler stellen aus 

Anfassen erlaubt: Die Skulptur „Fußwaschung“ von Astrid Hülsmann. Foto: Albrecht

Kassel. Die Skulpturen der Künstlerin Astrid Hülsmann entstehen ohne Entwürfe. Sie ergeben sich aus der natürlichen Form des gebrochenen Steins. Einen Speckstein hat die Künstlerin so bearbeitet, dass die Konturen einer dicklichen Frau entstanden sind, die sich die Füße wäscht.

Die Skulptur „Berührungen“ zeigt ein Liebespaar, das sich innig umschlungen hält. Die beiliegende Beschreibung der Künstlerin besagt ausdrücklich: Berühren ist erlaubt.

Ausgestellt sind Hülsmanns Werke in der Buchhandlung am Bebelplatz. Dort wie in über 40 anderen Geschäften an der Friedrich-Ebert-Straße sind während der Kunstmeile 2012 bis zum 9. September Werke von Künstlern aus Kassel und der Region zu sehen. Die beteiligten Geschäfte sind am Eingang mit dem Hinweisschild „Kunstmeile 2012“ gekennzeichnet.

Schmetterling im Brotgarten

Im Schaufenster des „Brotgarten“ ist zum Beispiel das Ölgemälde eines riesenhaften, gelben Schmetterlings der Künstlerin Temenuzhka Dikanska zu bewundern, während im Eberts ebenfalls großformatige Gemälde in gedeckten Farben gezeigt werden. In dunklem Braun, Grau und Blau bildet die Künstlerin Ingrid Rabbenstein Tiermotive und Menschen mit unvollständigen Gliedmaßen ab. Die Bilder sind flächig gearbeitet und erwecken den Eindruck von Höhlenmalerei.

Im Kontrast dazu sind es eher fröhliche, farbige und florale Motive, welche Doris Jensen im La Marina zeigt. Dem Betrachter begegnen Fantasiegestalten, Farbräume und Bilderzählungen, die Fragen über die Assoziationen der Künstlerin aufwerfen.

Foto-Kunst

Realistischer, aber nicht weniger anregend, sind die Fotografien im Café am Bebelplatz: Fotografin Petra Spengler-Wendt hat im Sommer 2009 Aufnahmen auf einem alten Autofriedhof in Bastnàs in Schweden gemacht.

Entstanden sind atmosphärischer Bilder von entsorgten Automobilen aus mindestens sieben Jahrzehnten. Die Dokumentation der Auflösungsprozesse der vom Menschen geschaffenen Materialien durch die Natur entfaltet auf den Fotografien durch das Stilmittel des groben Korns eine besondere ästhetische Wirkung.

Eine weitere sehenswerte Ausstellung des Künstlers Ernst Iben ist in der Commerzbank zu sehen. Auf den Fotografien wurden durch Bildbearbeitung und Farbe Akzente gesetzt. So entstehen teils surreale Effekte.

„Kunstmeile 2012“, bis 9. September, Friedrich-Ebert-Straße. Informationen unter www.kunstmeile20zwoelf.de

Von Yvonne Albrecht

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.