Die Compagnia Vocale Kassel und ihre Leiterin Charlotte Hake setzen auf anspruchsvolle Chormusik

Die besondere Mischung macht’s

Konzentriertes Proben: Die Compagnia Vocale mit Chorleiterin Charlotte Hake (rechts). Foto: Weisker

Kassel. Sie haben sich ein ambitioniertes Probenprogramm vorgenommen an diesem Wochenende, an dem die Compagnia Vocale Kassel bei einem Werkstattbesuch Einblick gibt in ihre musikalische Arbeit.

„Seht euch mal gegenseitig an beim Singen“, ruft Chorleiterin Charlotte Hake den 16 Sängerinnen und Sängern zu und dirigiert schwungvoll, mit weit ausholender Gestik weiter. Ein raumfüllender Klang breitet sich aus. Noch einige Takte, die erkennen lassen, dass an dem Stück bereits intensiv gearbeitet wurde. Dann schlägt die schwarz gekleidete, kleine Person, die hier den Ton angibt, ab: „Wow, klingt gleich um Längen besser.“

Lachen, Getuschel, viele der Chormitglieder kennen sich seit Jahren. Trotz der konzentrierten, musikalisch anspruchsvollen Proben herrscht im Gemeindezentrum Wehlheiden, dem üblichen Probenort, eine gelöste Atmosphäre.

Die Compagnia Vocale, hervorgegangen aus dem „Chörchen Kassel“, besteht seit 2002. Einige Sänger kennt Charlotte Hake noch aus dem Uni-Chor, den sie früher geleitet hat. Der Altersschnitt der Chormitglieder, die alle über ausgebildete Stimmen verfügen, liegt bei Mitte 30.

Charlotte Hake, die seit einigen Jahren am Ratsgymnasium Peine unterrichtet und Monat für Monat zu den verbindlichen Probenwochenenden anreist, umreißt das musikalische Profil des Kammerchores: „Von anspruchsvoller geistlicher Musik bis zu zeitgenössischen, experimentellen Sätzen.“ Genau diese Mischung sei das Attraktive, pflichtet Chorsenior Klaus Weber (61) bei. „Das gibt es so in Kassel kein zweites Mal.“

In seinen Konzerten hat sich der Chor ein Stammpublikum ersungen. An das Programm „grenzgänge“, das im Vorjahr musikalisch an den Mauerfall vor zwei Jahrzehnten erinnerte, schließt sich nun das Thema „grenzenlos“ an. Das Konzert wird am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zu hören sein. Überschritten werden dabei auch musikalische Grenzen, denn die Vielfalt reicht von Haydn über Eisler bis hin zu Spirituals. Gerade diese Stückauswahl ist es, die viele Chormitglieder an ihrer mitunter fordernden, aber immer freundlichen „Chefin“ schätzen. Stephan Lenz, seit acht Jahren dabei, sagt: „Die Größe des Chores ist ideal. Wir sind gemeinsam musikalisch gereift, und vor allem stimmt auch die menschliche Ebene.“

Trotzdem, ein wenig Fluktuation ist immer. Wer Lust hat zum Mitmachen und über sängerische Erfahrung verfügt, kann sich mit dem Chor in Verbindung setzen.

Informationen bei Stefanie Sievers, Tel. 0561 / 2076407. s-sievers@t-online.de, Internet: www.choerchen-kassel.de

Von Albrecht Weisker

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