Die bessere Schlaftablette: Komiker Rüdiger Hoffmann in Vellmar

Manchmal sagt sein Gesicht mehr als ein guter Witz: Der Ostwestfale Rüdiger Hoffmann in Vellmar. Foto: Socher

Vellmar. Ist er nicht erfrischend destruktiv? Dieser dröge Ostwestfale mit der Explosivität einer Wanderdüne und dem leicht verzögerten Sprach-Rhythmus: „Tja ..., äh ..., nee, ich sach ma. Ich weiß gar nicht, ob Sie es schon wussten.“

Aufputschend wie eine Schlaftablette kommt das, aber so borniert trocken, dass er damit wohl jeden Therapeuten an die Grenzen seiner Geduld treiben würde: Rüdiger Hoffmann heißt die Ur-Natur aus Paderborn.

Am Freitag dehnte sich der Comedy-Schlacks in der fast ausverkauften Mehrzweckhalle Vellmar-Frommershausen aus. „Endlich mal in Vellmar“, seufzt er. Auch sein Freund habe ihm gesagt, es wäre immer schon sein Traum gewesen „einmal im Leben in Vellmar zu sein“. Mimikwechsel, Tonfallwechsel: „So, jetzt habe ich genug geschleimt“.

Glücklich ist er, dass er „über 40 ist“. „Das hätte ich schon früher machen sollen.“ Die Jugend von heute? Da schüttelt er den Kopf - besonders über diese Modepüppchen: „In meiner Schulzeit sahen die Mädchen noch aus wie bulgarische Kugelstoßerinnen.“

Oft regt er sich über Dienstleister auf. Ein Staubsauger-Vertreter hat ihm ein Gerät andrehen wollen. „Mit dem kriegen Sie alles weg“, habe der gesagt. „Dann halten Sie den Staubsauger doch mal an ihren Kopf“, antwortete Hoffmann. Wie die meisten seiner Witze baut sich auch dieser Gag über gut rationierte Pausen auf. Dann die Pointe, das breite Grinsen, und die 750 Zuschauer lachen sich schlapp.

Auch über Hoffmann, den Bauchredner. Eine Krokodilpuppe in der Hand und ein Lätzchen vor dem Mund, und ab geht’s. Ein Volltreffer in die Lachmuskeln ist ebenfalls seine urig erzählte Geschichte über den „Pärchen-Urlaub mit Birte und Olaf, plus einer Töle, die ständig pupst, und einen vierjährigen Kriminellen mit Namen Niklas“.

Zwischendurch gibt es einen anderen Hoffmann: am Klavier, fast ernst. Mit Liedermacher-Herz singt er eigene Stücke. Und wer hätte das gedacht - gar nicht mal schlecht. Viel Applaus für den Meister der verzögerten Pointe.

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