Besucherrekord für Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest

Das Schlüpfen des Kükens als Horrorfilm

Kassel. Mit einem erneuten Besucherrekord ist am Sonntagabend das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest zu Ende gegangen. Bei einer Gala im Balikino wurden die Preise vergeben.

Das Festival hat die 14 000-Besucher-Marke geknackt, berichteten die Organisatoren Gerhard Wissner und Constance Hahn. Die neue Sektion Dokfest-Generation, die sich an ältere Zuschauer richtete, hat auf Anhieb

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1000 Besucher erreicht. Zufrieden ist man auch mit dem Bereich Junges Dokfest, wie Annette Schriefers von der mitveranstaltenden Landesmedienanstalt sagte: Über 900 Schüler wurden dort mit dem dokumentarischen Filmschaffen vertraut gemacht.

Vier Preisträger wurden ausgezeichnet. Der Kasseler Animationsfilmer Martin Schmidt bekam den Goldenen Herkules für die beste nordhessische Produktion für seinen Film „Emil“ über eine Eierschale, die sich gegen das in ihr wachsende Küken wehrt. Dabei nahm er sogar Anleihen in der Horrorfilmdramaturgie, wie die Jury feststellte. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird von der Medienagentur Machbar gestiftet. 5000 Euro und den Goldenen Schlüssel für die beste Nachwuchsarbeit erhält Leslie Tai für „The Private Life of Fenfen“.

Mit dem Preis der Stadt Kassel wird die mehrschichtige künstlerische Bearbeitung des privaten Videotagebuchs einer südchinesischen Arbeiterin gewürdigt. Der Golden Cube für die beste Medieninstallation und die damit verbundenen 3500 Euro der Softwarefirma Micromata gehen an Bertrand Flanet für „Unmanned Distances“. Flant zeichnet ein persönliches Telefongespräch zwischen zwei Freundinnen auf. Zu sehen ist dazu das, was sie sehen: Die Straße vor der einen beim Autofahren und der Kontrollmonitor einer Drohnenpilotin. Alltag und Krieg vermischen sich.

Den Preis des jungen Dokfests schließlich erhält Guido Hendrikx für die Doku „Escort“. Es handelt sich um ein Produktionsstipendium mit bis zu 4000 Euro Unterstützung für ein weiteres Filmprojekt. Hendrikx stellt Beamte des holländischen Grenzschutzes vor, die Asylbewerber abschieben müssen. Das schwierige Training wird konsequent aus ihrer Perspektive gezeigt.

Dass das Festival Karrieren begründen kann, zeigt die Oscarnominierung für einen Film, der im vergangenen Jahr seine Weltpremiere auf dem Dokfest hatte und diesen Winter in der Kategorie dokumentarischer Kurzfilm für einen Oscar nominiert ist: „The Reaper / La Parka“ von dem Mexikaner Gabriel Serra. Den Auftakt des Abends bestritt das Schweizer Performance-Ensemble Pulp.Noir, die den Filmklassiker „Brazil“ mit Livemusik remixte.

Alle Preisträgerfilme werden am Samstag ab 15 und ab 17 Uhr im Bali gezeigt.

Von Bettina Fraschke

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