Musical „Phantom der Oper“ in der Kasseler Stadthalle

Betört alle Sinne

Ausdrucksstarker Einsatz von Lichtprojektionen: Deborah Sasson als Christine (Mitte), die Hauptfigur im Musical „Phantom der Oper“. Foto: Malmus

Kassel. In einer kunstvollen Inszenierung zwischen Oper und Musical mit Anleihen bei der Rockoper – neben klassischen Streichern und Bläsern fanden sich auch E-Gitarren und Drum-Set im Orchester – wurde die tragische Dreiecks-geschichte um das Phantom der Pariser Oper, das begabte Chormädchen Christine und den Grafen Raoul am Samstag in der nicht ganz ausverkauften Kasseler Stadthalle gespielt.

Das Stück ist anders akzentuiert als das legendäre Musical von Andrew Lloyd Webber von 1986. Die US-amerikanische Sängerin Sasson hat die Musik komponiert und die Inszenierung geschaffen. Dabei hat sie sich stärker als andere Adaptionen an die literarische Vorlage von Leroux gehalten. In den Hauptrollen brillierten – neben Sasson als Christine – die Musical-Stars Axel Olzinger, Thomas Mülner und Anne Welte.

Das Stück zieht die Sinne in seinen Bann. Neben der großartigen Musik, der schauspielerischen Leistung des Tour-Ensembles und den aufwendigen Kostümen verdankt sich das vor allem den optischen Sinneseindrücken: raffinierte Lichteffekte, die immer wieder magisch-mysteriöse Stimmungen erzeugen. Etwa dann, wenn Christine und das Phantom plötzlich im Ruderboot durch Nebel über einen imaginären unterirdischen See gleiten.

Das Phantom taucht immer wieder unvermittelt auf, erscheint plötzlich im Spiegel, in einer anderen Szene verschwindet Christine in einem solchen. Durch geschickte 3D-Projektionen und wechselnde Hintergrundbilder gewinnt das Publikum plötzlich Einblick in Geschehnisse im eigentlich geschlossenen Garderobenzimmer der Christine.

Angesichts der ausdrucksstarken und gelungenen Darbietung blieb auch ein technischer Defekt nach der ersten halben Stunde, der die Fortsetzung der Aufführung um knapp dreißig Minuten verzögerte, verzeihlich. Das Publikum bedankte sich beim Ensemble mit ausgiebigem Applaus.

Von Johanna Wohlkopf

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