Bettina Fraschke zum „Tatort“ aus Münster: Angenehm ernsthaft

Klar, wir mögen die Ermittler aus Münster gerade wegen des hohen Comedy-Faktors. Trotzdem war es angenehm, dass die „Tatort“-Folge „Herrenabend“ ein ernsthafter Wirtschaftskrimi war, mit einem vielschichtigen Familiendrama obendrein.

Thiels (Axel Prahl) und Boernes (Jan-Josef Liefers) heiß ersehnte Kabbeleien und Eskapaden gab es natürlich trotzdem (Thiel beim Abendbrot-Mampfen mit allen Fingern voll auf der Käsestulle als Ausweis seines Prolltums, Boerne als lächerlicher Steuerhinterzieher-Anfänger). Dabei herrschte durchaus Lust am Klischee (die humorlose Steuerprüferin trug Knoten und strenge Brille).

Regisseur Matthias Tiefenbacher und Autor Magnus Vattrodt bauten das Verwirrspiel um den untoten Toten und den Subventionsbetrug jedoch sorgfältig und richtig spannend auf. Aus dem Ensemble ragte Victoria Trauttmansdorf heraus, die trotz ihrer eigentlich kleinen Rolle ein unheimlich genaues Porträt der Doch-nicht-Witwe Margit Klarbach zeichnete. Und endlich gönnte man der großartigen Mechthild Großmann als Staatsanwältin etwas mehr Raum in dem Fall und verstrickte sie in die Machenschaften der besseren Kreise.

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