Aus dem Leben: TV-Kritik des „Tatort“ aus Bremen

"Ich habe Angst, dass sie sich endlich was angetan hat“, sagte Max über seine Mutter im „Tatort: Ordnung im Lot“ aus Bremen.

Die Vielschichtigkeit dieser Aussage - die Sorge, aber insgeheim auch der Wunsch, dass der familiäre Druck mal vorbei sein möge, mit dem die psychisch kranke Sylvia alles Familienleben beeinträchtigt - sprach für die Qualität des Drehbuchs.

Claudia Prietzel und Peter Henning, die Autoren und Regisseure dieser überzeugenden Bremer „Tatort“-Folge, gestalteten ein beeindruckendes Familienporträt, das nur an wenigen Stellen arg dick auftrug. Dazu kam die genaue Arbeit von Schauspielerin Mira Partecke, die die Mutter Sylvia spielte. Paranoide Schizophrenie: Wie zeigt sich diese Erkrankung? Wie lebt ein Mensch damit - und wie seine Angehörigen?

Dem „Tatort“ ist es hier wieder gelungen, Einblick in eine Lebenswirklichkeit zu geben, die vielen von uns fremd ist. Dagegen musste die etwas dubiose Kriminalgeschichte in den Hintergrund treten. Fast wirkte es so, als hätte sich das Produktionsteam damit gar nicht vorrangig beschäftigt. Beim Zuschauen wurde die Mordlösung jedenfalls fast nebensächlich.

Von Bettina Fraschke (fra@hna.de)

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