Einfallsreiche Inszenierung: Weihnachtsmärchen „Das tapfere Schneiderlein“ hatte in der Komödie Premiere

Bezwinger des Marmeladenbrots

Ende gut, alles gut: Die Prinzessin (Kerstin Gasch) fühlt sich zu Schneider Willibald (Markus Breitenhuber) hingezogen. Foto: De Filippo

Kassel. Sieben auf einen Streich: In der Vorweihnachtszeit dreht sich in der Kasseler Komödie alles um das tapfere Schneiderlein, das mit List und Witz das Herz der schönen Königstochter erobert. Am Mittwoch hatte das Märchen vor ausverkauftem Haus Premiere. Und nicht nur den Kindern gefiel die humorvolle Inszenierung des früheren Komödien-Leiters Michael Kaiser.

Schneider Willibald (Markus Breitenhuber) hat eine wahre Meisterleistung vollbracht: Er hat sieben Fliegen, die sich dreist auf seinem Marmeladenbrot niedergelassen hatten, mit einem einzigen Hieb zur Strecke gebracht. Vor Stolz fast platzend erzählt er jedem, er habe sieben Halunken auf einen Streich zur Strecke gebracht. Klar, dass es ein solcher Held bis an den Königshof schafft. Mit Köpfchen statt Muskelkraft erledigt Willibald allerhand Ungetüme - und darf am Ende sogar die Prinzessin (Kerstin Gasch) heiraten.

Die vier Schauspieler agieren in einer ansprechenden Kulisse, die mit wenigen Requisiten auskommt (Bühnenbild: Knut Schakinnis, Kostüme: Maria Siebert). Mehr braucht es auch nicht. Denn das Stück lebt von originellen Ideen und der Spielfreude der Darsteller.

So überzeugt Markus Breitenhuber als fröhliches Schneiderlein, das vor Energie nur so sprüht. Ebenso wie Oliver Pulch in der Rolle des hinterlistigen Hofmarschalls.

Für Till Herber und Kerstin Gasch dürfte dieses Stück allerdings die größte Herausforderung gewesen sein. Die beiden Schauspieler schlüpfen im Laufe des Märchens in zahlreiche Rollen. Manchmal haben sie für einen Kostümwechsel nur wenige Minuten Zeit.

Spielend mimt Herber den trotteligen König, einen Riesen und einen Waldmenschen. Wunderbar ist sein rasanter Auftritt als Wildschwein.

Nicht minder beeindruckend ist die Wandelbarkeit von Kerstin Gasch. Ob Prinzessin, Marmeladenhändlerin, Waldfrau oder Einhorn: Ihr nimmt man jede Rolle ab.

Immer wieder gibt es Szenenapplaus für die witzigen Dialoge, die das Märchen vom tapferen Schneiderlein zu einem wunderbaren Vorweihnachtserlebnis werden lassen.

Zahlreiche Aufführungen, die nächsten Termine sind: 25. November, 14.30 Uhr, 26. November, 9 Uhr, 27. November, 9 Uhr und 11 Uhr, 29. November, 14.30 Uhr. Tickets unter Tel. 0561/18383.

Von Pamela De Filippo

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