Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten begeisterten in der Kasseler Stadthalle

Bigband im Trachtenlook

Bläserglanz: Die Egerländer Musikanten mit ihrem Leiter Ernst Hutter (Mitte) und dem Kasseler Alfred Wurm (rechts). Foto: Schachtschneider

Kassel. Die Egerländer Musikanten sind nicht nur exzellente Bläser. Sie beherrschen auch den musikalischen Spagat, wie sie bei ihrem Kasseler Tourneeauftritt unter dem Motto „Lebensfreude“ zeigten. Einerseits sind sie nämlich ein Blasorchester in der böhmischen Tradition und der ihres Gründers Ernst Mosch. Andererseits präsentieren sie sich als Ensemble, das im Bigband-Stil konzertante Bläsermusik auf Top-Niveau bietet: Bigband im Trachtenlook, lautet die Formel.

Damit bedienen die Egerländer durchaus unterschiedliche Publikumserwartungen, und wie perfekt ihnen das gelingt, bewiesen die Ovationen in der fast ausverkauften Stadthalle, die eine lange Reihe von Zugaben zur Folge hatten - am lustigsten die Löffel-Polka mit dem Besteck-Virtuosen Jürgen Dieter.

Zwar beziehen sich die Egerländer bei ihren Auftritten fast schon kultisch auf ihren Gründer Ernst Mosch, nicht nur mit dem obligatorischen Gedächtnismarsch. Treibende Kraft seit elf Jahren ist indes Ernst Hutter, der den Sound und das Repertoire des Orchesters ständig weiterentwickelt. Mit den verstärkten Sektionen der Flügelhörner und der Tenorhörner ist der Klang gegenüber dem Egerländer-Auftritt vor zwei Jahren fülliger und orchestraler, dazu auch variabler geworden - schön zu hören beispielsweise beim Montana-Marsch. Leider war der Sound hoch ausgesteuert, sodass insbesondere das bewährte Gesangsduo Katharina Praher und Nick Loris etwas massiv abstrahlte.

Marsch, Polka, Walzer - das sind die klassischen Gattungen der böhmischen Blasmusik. Und sie reißen das Publikum nach wie vor von den Sitzen, wenn sie mit dem unverwechselbaren Drive und der Präzision der Egerländer gespielt werden. Die Polka „Die Musik, die geht uns ins Blut“ vom neuen Album „Lebensfreude“ ist hierfür beispielhaft. Aber auch die Evergreens der Egerländer wie „Wie sind Kinder von der Eger“, die in keinem Programm fehlen dürfen, klingen frisch und wie neu.

Ein Konzert-Höhepunkt war auch diesmal die Solistenparade. Die bläserischen Kabinettstückchen, etwa von Ernst Hutter an der Posaune und - rasend virtuos - am Tenorhorn, aber auch von den anderen Bläsersektionen und vom umwerfenden Schlagzeuger Holger Müller, sorgten für Bewunderung.

Der Kasseler Klarinettist Alfred Wurm habe von der Begeisterungsfähigkeit des Publikums bei seinem Heimspiel nicht zuviel versprochen, sagte Moderatorin Christine Röder und kündigte an: Die Egerländer kommen wieder.

Von Werner Fritsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.