Fotobuch-Festival lockt Besucher aus aller Welt

Bilder der Welt

Starkes Angebot: Festivalleiter Dieter Neubert mit Werner Amanns „American Scan“. Foto: Gebhardt

Kassel. Emsige Betriebsamkeit herrscht in der documenta-Halle. Das 4. Fotobuch-Festival ist in vollem Gange. Auftakt war am Mittwoch die Eröffnung der Ausstellung des mexikanischen Fotografen Enrique Metinides im Museum für Sepulkralkultur (wir berichteten).

Bis Sonntag dreht sich nun alles um das Fotobuch als Medium, Sammlungs-, Kunst- und Forschungsobjekt. Es gibt Workshops im Dock 4 sowie Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen und Ausstellungen in der documenta-Halle. Im Foyer haben Antiquare, Verlage, Buchhandlungen und Galerien ihre Stände aufgebaut. Ein Thema lautet diesmal „Das lateinamerikanische Fotobuch“, aber das Angebot ist unbegrenzt. Man sieht viele begeistert leuchtende Augen.

Das Kasseler Fotobuch-Festival hat sich in nur vier Jahren mehr in der Welt herumgesprochen als in seiner Heimatstadt. Der Leiter Dieter Neubert rechnet mit 1000 Besuchern pro Tag. Initiiert wurde das Festival vom Kasseler Fotoforum, das dafür 2010 den Kulturförderpreis erhielt.

Die Zahl der internationalen Aussteller ist gegenüber dem Vorjahr um 20 auf 43 gestiegen. Man hat es geschafft, weltweit bekannte Experten einzubinden: Der Fotograf Will McBride war zu Gast, Martin Parr, Fotograf, Fotobuchforscher und einer der Stars der Szene, ist dabei wie auch der südafrikanische Fotograf Pieter Hugo: Seine bedrückenden, großformatigen Fotos von Wertstoffsammlern auf ghanaischen Mülldeponien werden in einem Seitenkabinett gezeigt. Heute spricht er um 15.30 Uhr über seine Arbeit.

Eine international besetzte 32-köpfige Expertenrunde nominiert die besten Neuerscheinungen des zurückliegenden Jahres für den Photobook Award. Im nächsten Raum werden 55 für den „Dummy Award“ nominierte Bücher vorgestellt, Bücher die es nur einmal gibt. Dem Gewinner winkt die professionelle Verlagsproduktion. Heute werden die Preisträger bekannt gegeben.

Siegfried Sander, früher in Kassel und jetzt in Hamburg Galerist, schwärmt, das Festival habe „documenta-Qualität“. Eine schöne Einstimmung auf das documenta-Jahr 2012. www.2011.fotobookfestival.org

Von Andreas Gebhardt

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