Beseelte Kämpferin für indigene Völker: Fotografin Dana Gluckstein stellt in Bad Arolsen aus

Bilder von Würde und Weisheit

Samburu-Mädchen in Kenia: Schönheit, nicht Elend bildet Dana Gluckstein ab.

Bad Arolsen. „Meine Familie“, sagt Dana Gluckstein, als sie ihre fantastische Ausstellung „Dignity“ (Die Würde des Menschen) im Bad Arolser Schloss betritt. Sie meint nicht ihre Mutter, die sie erstmals zu einer Vernissage nach Europa begleitet, sondern Menschen, die indigenen Völkern angehören, aus Stämmen in Haiti und Hawaii, Namibia und Bali. Den Ureinwohnern unseres Planeten - 350 Millionen Menschen - gehört die Leidenschaft der Fotografin aus Los Angeles.

Gluckstein verbindet mit ihrer künstlerischen Arbeit - meisterhafte, ungemein eindrucks- und ausdrucksvolle Porträts - ein humanitäres Anliegen, eine Mission: die Rechte indigener Bewohner weltweit zu achten und zu schützen. So ist es nur logisch, dass ihre Ausstellung - verbunden mit einer Buchveröffentlichung - zum 50-jährigen Bestehen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International - entstanden ist. Zuletzt war sie in Berlin, Hamburg und bei den Vereinten Nationen in Genf zu sehen. In Arolsen übernimmt das Internationale Komitee des Roten Kreuzes die Schirmherrschaft.

Wer erlebt, wie begeistert, ja beseelt, mit welcher Ausstrahlung sie von Begegnungen in verschiedenen Stämmen spricht, kann nachvollziehen, dass Gluckstein Prominente wie Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu (für das Vorwort) oder die Modemacher Donna Karan und Calvin Klein (für finanzielle Unterstützung) gewonnen hat.

Die 54-Jährige porträtiert Menschen, deren Welt im Wandel begriffen ist: zwischen uralten Traditionen und einer westlichen, konsum- und profitorientierten Zivilisation, die bis ins entlegenste Dorf in Bhutan Wirkung entfaltet. Auch ein Kampf der Kulturen: Die 54-Jährige kann traurige Geschichten erzählen von der Ausbeutung in Diamantminen, von Korruption und der Tragödie der Buschmänner in Botswana, die dem Alkohol verfallen: „Das Ausmaß der Armut bricht einem das Herz.“

Das Königreich Bhutan, das sich erst neuerdings dem Westen öffnet, ist für sie ein Mikrokosmos für unheilvolle Veränderungen auf der Erde: Fernsehkonsum, Müllmengen, Materialismus haben zugenommen. Manche Jungs, die sie fotografiert hat, tragen Plastikwaffen. Lieber aber schwärmt Gluckstein: von magischen Momenten bei ihren Porträts (immer mithilfe eines lokalen Guides mit Sprachkenntnissen), von der einzigartigen Spiritualität und Weisheit, von Kleidung, Sprachen und Tänzen.

Die Fotografin mit einem Abschluss als Psychologin will der Würde des Einzelnen Respekt zollen. Gluckstein will Güte, Schönheit und Liebe festhalten, die alle Menschen verbindet. Das Elend der Welt will sie nicht abbilden: „Ich habe nicht den Mut meiner Schwestern und Brüder, der Kriegskorrespondenten.“

Bis 8. Juli, geöffnet Mi-Sa 14.30-17, So 11-17 Uhr, Führungen: So 11.15 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 05691/625734, www.museum-bad-arolsen.de

Von Mark-Christian von Busse

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