Der ehemalige Kasseler Christian Spuck inszeniert Verdis Alterswerk am Staatstheater Wiesbaden

Ein bildstarker Falstaff mit Komik

Profunder Bass: Falstaff (Kiril Manolov, von links) mit seinen Dienern Pistol (Bernd Hofmann) und Bardolph (Erik Biegel). Foto: Kaufhold

Wiesbaden. Verdis Alterswerk „Falstaff“ steht in überzeugender Interpretation Christian Spucks, des aus Kassel stammenden Choreografen und designierten Ballettdirektors am Basler Opernhaus, im Wiesbadener Staatstheater auf der Bühne: präzise, spritzig, humoristisch arrangiert und bildstark! Eine begeistert gefeierte Aufführung, an deren Gelingen neben den vorzüglichen Solisten das Staatsorchester unter der souveränen Leitung von Generalmusikdirektor Marc Piollet besonders starken Anteil hatte. Bei der Premiere blieb kein Wunsch offen.

Dunkel und nur spärlich möbliert ist die Bühne mit der bescheidenen Wirtshausstube, in der Sir John Falstaff (Kiril Manolov) „Hof hält“ und seine wie Puppen dirigierten Diener Bardolph und Pistol befehligt. Fuchsteufelswild platzt Dr. Cajus (Christopher Busietta) herein, um sich über einen Diebstahl der „Kanalratten“ zu beschweren.

Falstaff schert das wenig. Er muss sich um seine zerrütteten Finanzen kümmern, die er mit dem Geld zweier reicher Frauenzimmer wieder auf „standesgemäßes Niveau“ zu bringen gedenkt und beiden deshalb Liebesbriefe schreibt. Was ihn teuer zu stehen kommt, denn Alice Ford und Meg Page sind vom Süßholzgeraspel wenig entzückt und verpassen ihm einen Denkzettel, der ihm die Lust auf Amouren vergehen lässt. Es folgen weitere Demütigungen.

Gesungen und gespielt wird hervorragend, besonders von dem Bulgaren Manolov, der dem Falstaff mit profundem Bassbariton und umwerfendem komödiantischem Gespür starkes Profil gibt, und seinem blindwütigen Gegenspieler Ford, der bei Thomas de Vries sängerisch wie darstellerisch in besten Händen ist.

Nächste Vorstellungen: heute, 5. und 16.3. Karten: 0611/ 132325.

Von Britta Steiner-Rinneberg

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