Trio Saitensprung: Sabine und Katharina Wackernagel traten mit Martin Lüker auf

Bissige und biestige Bescherung

Mutter und Tochter: Sabine (links) und Katharina Wackernagel auf der Bühne des Theaterstübchens. Fotos: Fischer

Kassel. Voll, voller, Theaterstübchen, konnte man Montagabend mit Blick auf den Besucheransturm steigern. Drei Kasseler Publikumslieblinge - die Schauspielerinnen Sabine und Katharina Wackernagel und Musikkabarettist Martin Lüker - hatten geladen. Obwohl ihr Programm mit dem doppelsinnigen Namen Trio Saitensprung alles andere als weihnachtliche Besinnlichkeit im Fokus hatte – eine köstliche Bescherung war es doch. Bissig, biestig, boshaft ging es zu.

Um Laster und Lästern drehten sich die Texte von Spottfedern wie Loriot, Georg Kreisler, F. W. Bernstein oder Gerhard Bronner. Die Interpretationen mit bestens funktionierender Rollenverteilung ließen das Publikum vor Freude jauchzen.

Wie zu erwarten, gab Lüker nicht nur den Mann am Klavier, sondern den Witzbold. Mal mimte er das Weichei, mal den naiven Liebestrottel und immer wieder den Besserwisser, der seinen Mitstreiterinnen mit frechem Lausbubengrinsen über den Mund fuhr. Herrlich doof seine Gesangsnummern: „Es ist aus, nie wieder darfst du mein Müsli berühren“, hieß es oder: „Das Wichtigste sind doch die Löcher im Sieb – ich hab‘ dich lieb.“

Katharina Wackernagel zeigte, dass sie sich auf Satire und Ironie bestens versteht. So beim Nina-Hagen-Frühwerk „Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael“, besonders aber bei Loriots Fernsehansagerin mit Stolpersteinen des englischen „Ti-Ätsch“. Und Sabine Wackernagel? Die krönte das Programm mit all den Facetten, die einer großartigen Schauspielerin zur Verfügung stehen. Grantig, zickig, witzig bei den Texten, schillernd ironisch bei Liedern wie „Erschieß doch deine Gattin“ und liebenswert beim Bericht über den missglückten Versuch, eine Diät zu beginnen. Riesenapplaus. Drei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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