Die Feisten begeisterten mit ihrem Programm „Versuchslabor“ in Vellmar

Bizarre Seiten des Lebens

Nachdenkliche Texte: Matthias Zeh (links) und Rainer Schacht beim Auftritt in Vellmar. Foto: Fischer

Vellmar. Nett sind diese beiden Männer, entspannt stehen sie auf der Bühne. Ohne Tamtam, aber mit viel Musikalität stellt das Duo unglaubliche Nähe zum Publikum her. Am Samstagabend präsentierten Matthias Zeh und Rainer Schacht als Die Feisten im ausverkauften Bürgerhaus in Vellmar ihre Show „Versuchslabor“, mit der sie gegenwärtig durch Deutschland touren.

Nachdem Christoph Jess das einstige Göttinger Trio Ganz schön feist 2013 nach 20 Jahren Bandgeschichte verließ, beweist die Comedy-Band jetzt, wie gut sie zu zweit harmoniert.

Der Name Die Feisten lässt an Fieses denken, die Songtexte sind alles andere als geschmeidig, oft böse, bitter, jedoch immer intelligent. Perfekt begleitet von Rainer Schacht an der Gitarre singt Matthias Zeh mit seiner tollen, klaren, unverwechselbaren Stimme vielfach von den Schattenseiten des Lebens. In „Kriech nich’ da rein“ geht es um einen Arbeitskollegen, der den ganzen Tag lang nichts im Sinn hat, als dem Chef zu gefallen. Auf YouTube ist diese Komposition bereits 300 000 Mal aufgerufen worden.

Mit dem wunderbar zarten und witzigen Lied „3Sat“ machen sich Die Feisten über das Fernsehen für Bildungsbürger lustig, „3Sat guckt keine Sau, 3Sat au, au, au“. Bizarr und traurig ist der Song von einem Mann, der sein Gedächtnis verlor, „die fremde Frau erzählt mir ein bisschen über mich, es und ich sind nicht mehr zusammen, alles das, was mal war, ist einfach verschwunden“.

Viele der Lieder aus dem „Versuchslabor“ sind in Ich-Form geschrieben, was sie eindringlich macht. Gleich welches Thema Die Feisten anpacken, ob sie von abgestandener Liebe, dem Anbaggern mithilfe des Hundes Paul oder von einem abgedrehten Typ erzählen, der sich für einen anderen hält, als er ist: Sie sind verdammt gut, witzig, schräg und ernst zugleich. Viel Applaus.

Von Gesa Esterer

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