Die norwegische Formation „Major Parkinson“ im Schlachthof

Bizarrer Zirkusrock

Keine Minute Stillstand: Sänger Jon Ivar Kollbutn von der Band „Major Parkinson“. Foto: Fischer

Kassel. Eine Band, die sich Major Parkinson nennt, lässt schon vor dem ersten Ton aufhorchen. Parkinson? Ist das nicht diese heimtückische Krankheit, die mit zunehmender Einschränkung der Motorik einhergeht? Bei der norwegischen Band, die am Dienstag die 70 Besucher im Kulturzent-rum Schlachthof mit ihrer schrägen Musik und bizarren Performance begeisterte, kann davon nicht die Rede sein. Im Gegenteil. Stand einer der Musiker mal eine Minute still?

Wie skurrile Figuren aus dem Halbdunkel eines Gothic-Films erscheinen die Musiker. Allen voran Sänger und Frontmann Jon Ivar Kollbutn. Wie von einem Dämon geplagt, windet sich der hünenhafte Sänger, fällt dabei oft auf die Knie und singt in dieser Position weiter. Begriffe wie Zirkusrock und Rockzirkus stehen im Programmheft. Ebenso der Name des amerikanischen Regisseurs und Autors Tim Burton, der für seine morbiden, bizarren Arbeiten gern auf Comic- oder Horrorwelten zurückgreift.

Beides passt zu den schrägen Norwegern. Die Musik, man darf sie grob der Rockmusik zuordnen, speist sich aus Klangfarben und Stimmungswelten, die gut zu Filmen wie Pulp Fiction, Batman oder der Rocky Horror Picture Show passen würden.

Die Augen geschlossen, steigen bei dieser Musik unweigerlich Bilder auf, die an diese Welten erinnern. Wuchtige Akkorde, auch schon mal auf vier Gitarren gleichzeitig, gleiten in bizarr akzentuierte, melodramatisch aufgepumpte Balladenkürzel über. Kollbutns tiefe, kräftige Stimme wechselt zwischen Explosion und geheimnisvollem Klagegesang.

Erst zwei CDs haben die sechs wilden Norweger, die von der legendären Produzentin Sylvia Massy (System of a Down, Johnny Cash, Red Hot Chilli Peppers) auf Myspace entdeckt wurden, sind aber jetzt schon auf dem Weg, der sie zur einer Kultband machen könnte.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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