Elizabeth Anderson in der Märchenwache: Sie blieb ganz kühl

Schauenburg. Waren das Donnergrollen und die Blitze am Himmel ein Zeichen? Hatte Instrumentenbauer Jürgen Ammer mit seinem auf vagen Konstruktionsvermutungen basierenden Nachbau des Original-Cembalos von Johann Sebastian Bach und der Präsentation dieses furnierten Meisterwerkes in der Schauenburger Märchenwache die Götter gegen sich aufgebracht?

Wenn ja, dann konnte einem Elizabeth Anderson wirklich leidtun. Der Australierin war es vorbehalten, den Stapellauf musikalisch zu inszenieren, Ammer unterhielt die 40 Gäste zwischendrin mit illustren Anekdoten über musikwissenschaftliche Bemühungen sowie Wahrheit und Spekulation in diesem Zusammenhang. Und draußen krachte es lautstark.

Virtuos interpretiert

Doch Anderson blieb eiskalt. Sie wählte zwei Ansätze, um die Bedeutung des Cembalos, das weder über Modulations-Pedale noch über eine Anschlagsdynamik verfügt, zu verdeutlichen. Mit virtuos interpretierten Werken von Bach bis William Albright baute sie eine Brücke vom Barock zur Moderne, und sie lieferte eindrucksvolle Beispiele der unterschiedlichen Kompositionsfarben in verschiedenen Ländern.

Das spanische Leyenda von Isaac Albeniz zählte genauso zu den Höhepunkten wie die französische Komposition „Le Coucou“ von Louis Claude Daquin und das englische „Scarborough Fair“ im Arrangement von Donald Angle.

Technisch anspruchsvoll und mit viel Verve spielte sie sich federleicht durch Fuge, Ragtime, Country und Rockmusik. Das Publikum belohnte die Zeitreise mit großem Beifall.

Von Andreas Köthe

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