Blödeleien aus dem Allgäu: Die Krimiautoren Kobr & Klüpfel in Vellmar

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Zwei Allgäuer Autoren in Aktion: Michael Kobr (links) und Volker Klüpfel bei ihrem Auftritt in Vellmar.. Foto: Malmus

Vellmar. Wer die Bestsellerautoren Michael Kobr und Volker Klüpfel am Dienstag in Vellmar erlebte, könnte meinen, Krimis zu schreiben sei für die beiden nur das Mittel, um nach Herzenslust zu blödeln. „Herzblut“ heißt der aktuelle Roman der beiden Allgäuer. Im Mittelpunkt, wie üblich, Kommissar Kluftinger – grantelnd, liebenswert. Schon ihre früheren Buchvorstellungen hatten wenig mit klassischen Lesungen gemein. Diese „Multimediale Comedy-Lese-Show“ gar nichts mehr.

Über den Vergnügungswert darf man geteilter Meinung sein. Dabei sind weder Konzept noch Zutaten zu kritisieren. Zwischen zwei illuminierten Gebirgsfragmenten aus Pappmaché und einer lebensgroßen Kuh-Attrappe feixen, streiten, kalauern die beiden. Und das Publikum muss die Geräuschkulissen zu den Texten ihres aktuellen Romans liefern: Kuhlaute, Automotoren, den Klang, wenn Geld in einen Opferstock fällt – je verrückter, desto lieber. Das Publikum machte den Spaß mit. Auf Zeilen aus dem Roman folgen immer wieder Videosequenzen: „Reklame“ und „Klufti TV“ – total durchgeknallte Klamaukfilmchen: Kommissar Kluftinger im Yogaclub, sein Spontan-Mantra: Schimpftiraden in Allgäuer Mundart. Das Publikum durfte auch Yoga machen, angeleitet von Klüpfel: „Tief atmen, auf einem Bein stehen und das Mantra wiederholen.“ Weiteres Klamaukhäppchen: Eine Partnerbörse nach dem Vorbild der TV-Serie „Bauer sucht Frau“. Die Lesung wurde zur Nebensache, Schräge Comedy dominierte.

Die Ideen, die Bilder und Dialoge der beiden Akteure waren teilweise zwar durchaus zwerchfellfreundlich, zeitlich und inhaltlich jedoch zu sehr ausgewalzt, bisweilen auch einfach zu platt. „Ihre Bücher finde ich witziger“, hörte man eine Besucherin resümieren. Nicht alle der 340 Besucher, aber sicher doch einige, dürften derselben Meinung gewesen sein. Viel Applaus von den Fans.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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