Bloß weg mit dem Chef: „Kill The Boss“ ist der Film für alle Arbeitnehmer

Der Kotzbrocken vom Dienst: Der grandiose Kevin Spacey (rechts) quält als Dave Harken den armen Nick (Jason Bateman). Foto: New Line

Nur 17 Prozent aller Arbeitnehmer sind mit ihrem Chef zufrieden, wurde in einer Studie kürzlich festgestellt. Mit einem Titel wie „Kill The Boss“ kann Regisseur Seth Gordon („Mein Schatz, unsere Familie und ich“) also nur punkten.

Und tatsächlich mangelt es in der herrlich schwarzhumorigen Komödie trotz totaler Überdrehtheit nicht an Identifikationsmöglichkeiten - vor allem für Arbeitnehmer.

Verübeln kann man den drei Hauptfiguren ihre Frustration nicht: Denn sie mögen ihre Arbeit sehr, leiden aber unter unerträglichen Arbeitsbedingungen, wie sie in einleitenden Szenen aus dem Off heraus beschreiben.

Nick (Jason Bateman) arbeitet sich seit acht Jahren den Rücken krumm in der Hoffnung, von seinem sadistischen Chef Dave Harken (überragend: Kevin Spacey) befördert zu werden. Zahnarzthelfer Dale (Charlie Day) kann sich hingegen den eindeutigen Avancen seiner Chefin Julia (Jennifer Aniston) kaum erwehren. Und Kurt (Jason Sudeikis) muss seit dem Tod seines väterlichen Vorgesetzten (Donald Sutherland) dessen koksenden Sohn Bobby (Colin Farrell) ertragen.

Weil es in schlechten Zeiten aber kaum Jobs gibt, kündigen die drei nicht, sondern entschließen sich, die Tyrannen zu töten. Doch selbst mit fachlicher Beratung (Jamie Foxx) ist das gar nicht so einfach.

Die mit vielen Stars besetzte Komödie profitiert von Gordons mutiger Entscheidung, die ewigen Sidekicks zu Hauptdarstellern und die ewigen Hauptdarsteller zu Nebenfiguren zu machen. Nachdem Charlie Day, Jason Sudeikis und Jason Bateman oft die Typen von nebenan spielten, kauft man ihnen die leidgeprüften Angestellten ohne weitere Nachfrage ab.

Und ihre bekannteren Nebendarsteller scheinen es zu genießen, dass die Handlung mal nicht auf ihren Schultern lastet. Ihre völlig überzeichneten Rollen lassen ihnen viel Freiräume: Colin Farrell darf hässlich sein, Jennifer Aniston eine fiese Schlampe und Kevin Spacey darf alles. (tx)

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: vier von fünf Sternen

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