Sven Grau, Detlev Landeck und Joe Bonica im Kulturbunker

Bloß nicht langweilen

Ausgelassene, ausladende Soli: Sven Grau (von links), Joe Bonica und Detlev Landeck. Fotos/Montage:  Gebhardt

Kassel. Guerilla-Jazz ist ja mal eine putzige Bezeichnung - aber für was? Für einen neuen Jazz-Stil oder eher für eine Haltung? Es scheint Letzteres zu sein. Jazz-Trios, bestehend aus Klavier, Bass und Schlagzeug, gibt’s zuhauf. Als wollten sie dieser Inflation guerillamäßig Paroli bieten, definieren Sven Grau, Detlev Landeck und Joe Bonica das Trio mal ganz anders.

Klavier und Bass fallen weg und werden ersetzt durch Tenorsax (Sven Grau) und Posaune (Detlev Landeck). Joe Bonica bearbeitet intensiv die Basstrommel, so hat das Ganze die nötige Wucht und Akzentuierung in den tieferen Lagen.

Am Freitag gastierte das Trio - das unter dem Kürzel „GBL“ firmiert, gebildet aus den Anfangslettern der Nachnamen - im Kulturbunker. Rund 15 Zuhörer haben sich schließlich eingefunden, was Landeck zu der Bemerkung hinreißen ließ, dass sie eigentlich gar nicht mehr mit einem Auftritt gerechnet hätten, aber nun müssten sie ja ran.

Wer Jazz mit Ecken und Kanten mag, Überraschungen liebt, sich für ausgelassene und ausladende Soli begeistern kann, präzise Arrangements und musikalischen Humor schätzt und nicht dabei war, darf sich ärgern. Die Eigenkompositionen bewegten sich fließend zwischen Hard-Bop und Free-Jazz, und auch ein schräger Tango war dabei.

Im zweiten Set kamen Kollegen aus alten Tagen hinzu: Ferdinand Rexforth, ebenfalls Tenorsax, Werner Kiefer (Altsax) und Gerd Hemmen (Tuba), die das Guerilla-Trio in unterschiedlichen Konstellationen und alle gemeinsam im Kampf gegen die Langeweile bereicherten.

Von Andreas Gebhardt

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