Der Blues-Doktor war da: Steppin’ Out im Theaterstübchen

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Überzeugte als Sänger, Saxofonist und an der Mundharmonika: Hugo Scholz (hier mit Schlagzeuger Marcus Wickel).

Kassel. „I’m the doctor“, er sei der Arzt, sang Wolfgang „Hugo“ Scholz am Freitagabend gegen Ende seines viel umjubelten Konzertes mit Steppin’ Out im Theaterstübchen. Und in diesen zwei Stunden spielte Kassels Aushängeschild dieses Genres in der Tat Blues, bis der Arzt kam.

Dabei boten die vier Musiker einen facettenreichen Querschnitt aus ihren vier CDs, der kaum Wünsche offen ließ. Das war sicherlich nichts für Traditionalisten und Puristen, denn obwohl die Band ihre Wurzeln wie Little Walter und Jimmy Reed keinesfalls verleugnet, ist ihr Blues stark mit Elementen aus Rock und sogar Latin angereichert.

Neben den abwechslungsreich und interessant arrangierten Eigenkompositionen gab es auch Fremdmaterial wie „One Way Out“ der Allman Brothers zu hören.

Die aufgrund jahrelangen Zusammenspiels traumwandlerisch sicher agierende Rhythmussektion mit Rolf Denecke am Bass und Schlagzeuger Marcus Wickel bestellte das Feld, auf dem Gitarrist Frank Pecher und Sänger/Saxofonist/Harpspieler Hugo Scholz ihre technisch brillanten und mitreißenden Soloausflüge starten konnten.

Kein endlos langweiliges Blues-Session-Geschrammele, sondern spannend strukturierte Motive mit wirklichen Höhepunkten. Von ruhigem Slow Blues über Texas-Shuffle bis zu hart rockenden Klängen à la John Lee Hooker arbeitete Pecher mit variantenreichen Gitarrensounds, bildete dabei eine kreative Achse mit seinem Alter Ego Scholz. Der überzeugte mit seiner einzigartigen Gesangsstimme, steinerweichendem Tenorsax in „Get Down To It“ und mit seinen herausragenden Harp-Künsten, wenn er etwa einen Dampfzug imitierte.

Ein großartiges Konzert endetet mit zwei Zugaben für ein begeistertes Publikum.

Von Wolfgang Wollek

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