Krissy Matthews und Band im Theaterstübchen

Der Blues lebt

Unter Dampf: Gitarrist Krissy Matthews. Foto: Malmus

Kassel. Das Eröffnungskonzert der 3. Kasseler Blueswoche setzte das Theaterstübchen an der Jordanstraße schon mal kräftig unter Dampf. Der englische Jungspund Krissy Matthews, auf dem die Hoffnungen einer Generation lasten, die mit langen Haaren, Schlagjeans und der Musik von Jimmy Hendrix und Ten Years After in den Sechzigerjahren ihre VW-Busse von Festival zu Festival peitschte, gab sich die Ehre.

Der Blues darf nicht sterben, und das Konzert hatte dann auch gar nichts von einer Beerdigungsfeier. Wenn auch nicht alles Gold war, was da glänzte, so überwogen die positiven Eindrücke bei Weitem. Wer bei Alvin Lee oder Johnny Winter, den Schnellfinger-Heroen der Woodstock-Ära, ohne Rücksicht auf die Nachbarn seiner Stereoanlage die Sporen gibt, der hatte an diesem Abend seine helle Freude. Mit Fingerpicking, angezerrten Akkorden und Plektrum-Kaskaden fütterte man die alten Röhrenverstärker.

Overdrive und Feedback sorgten für einen authentischen Sound, Bass und Schlagzeug rührten am Zement des Fundaments. Das allerdings gelang nicht durchgehend meisterlich. Papa Tiefsaiter Keith Matthews und Drummer Chris Sharley wirkten zwar abgezockt wie zwei Mucker im Partymeilen-Pub, doch ab und an ging es mal ins Blaue.

Gerade die Eigenkompositionen wirkten etwas unausgereift und überambitioniert. Matthews juniors Gesang erinnerte bestenfalls an die ersten Hendrix-Jahre und die Intonation ließ zu wünschen übrig. Aber all dies trübte das positive Fazit der vielen Besucher nicht wirklich. Großer Applaus für ein intensives und mit vielen Höhepunkten gespicktes Konzert.

Von Andreas Köthe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.