Die US-Sängerin Lea Gilmore & The Gamblers brachte das Theaterstübchen zum Kochen

Bluesgesang wie Dynamit

Explosive Kraft: Die Sängerin Lea Gilmore im Theaterstübchen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Wow – da fehlen einem die Worte. Was die Gospel-, Blues- und Jazzsängerin Lea Gilmore am Sonntag im voll besetzten Theaterstübchen unter dem schlichten Begriff Blueskonzert ablieferte, wurde zu einem mitreißenden Erlebnis. Die Energie, die sie dabei in den Saal schickte, dürfte ausreichen, das Inventar noch Stunden später vibrieren zu lassen.

Die Blueswoche, Sparte Frauenstimmen, eröffnete die sowohl als Diva des Gesangs-Evangeliums wie auch als Bürgerrechtlerin bekannte Künstlerin zusammen mit der Band The Gamblers. Eine Sängerin wie Dynamit ist die dunkelhäutige Amerikanerin und das beste Beispiel dafür, dass überbordendes Temperament und Beweglichkeit auch mit ausgedehnten Körpermaßen zünden können wie ein Feuerwerk.

Ihre enormen stimmlichen Fähigkeiten hat sie schon als Kind in Baptistenkirchen geschult. Ihr Glaube ist das zentrale Medium in ihrem Leben, getränkt in Humor: „Lord, I am a big girl, Lord, have mercy with me“. Schon nach den ersten Tönen, die sie in den Raum katapultierte, füllte sich der Saal mit ihrer Ausstrahlung. Die Stimme: kraftvoll, wuchtig, explosiv bei den Abgeh-Nummern, unglaublich warm, sanft und gefühlvoll bei den Blues-Balladen, die sie bisweilen mit Herz und gelegentlich auch mit ruppigem Charme ansagte: „Dies ist ein Liebeslied für einen Arsch.“

Mit Stücken aus verschiedenen Alben, wie auch dem kommenden „I’d like to say Hello“, ließ sie die Gesichter des Blues lächeln oder weinen, riss dabei die Hände in die Höhe und ermunterte das Publikum zum Mitsingen. „Es ist meine Seele, die singt“, erzählt die in Baltimore im US-Staat Maryland lebende Künstlerin.

Auch ihre Band, „The Gamblers“ ist ein wahres Blues-Kraftwerk. Höhepunkt des Abends war das Zusammentreffen mit der Blues-Sängerin Sidney Ellis, die im Publikum saß, spontan auf die Bühne kam und mit Lea Gilmore zusammen ein Stück schmetterte. Das Publikum hielt es nicht mehr auf den Sitzen und applaudierte im Stehen.

Blueswoche im Theaterstübchen heute, 20.30 Uhr: Steppin’ out. Morgen, 20.30 Uhr: Dede Priest & Band.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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