Big Pete Pearson und die italienische Band The Gamblers heizten das Theaterstübchen auf

Ein Bluesmann der alten Schule

Begnadeter Musiker: Guitar Ray, Chef der Band The Gamblers. Auf dem kleinen Bild ist der Altmeister des Blues, Big Pete Pearson, zu sehen. Foto (1): Schachtschneider

Kassel. Nichts lässt den Unterschied zwischen Konserven lauschen und Livemusik erleben deutlicher werden, als ein Konzert, wie das von Blues-Urgestein Big Pete Pearson, der am Montag im fast ausverkauften Theaterstübchen zusammen mit der italienischen Bluesband The Gamblers das Stimmungsbarometer in die Höhe schießen ließ.

„Are you ready for the blues?“ Der Ruf von Gambler-Gitarrist und Sänger Guitar-Ray war sogleich auch der Applausteppich, auf dem der in Jamaika geborene, aber in Texas aufgewachsene, schwarze Bluessänger Pearson die Bühne enterte. Ein echter Hüne ist der 75-Jährige. Fast so breit wie hoch und einer jener authentischen Urgestalten, die den Blues noch aus dem Leben meißeln.

Mit Größen wie Ray Charles, B. B. King oder Muddy Waters hat er im Lauf der Jahrzehnte auf der Bühne gestanden. Güteklasse A also, was Markus Knierim seinen Gästen in puncto Blues wieder mal bot. Schon die Stimme dieses Blues-Originals, das auf der Bühne so wuchtig wie ein Fels in der Brandung steht, ist ein Hammer: tief emotional, zugleich aber auch so rau, als habe er rostige Nägel verschluckt und einige sind dabei in der Kehle stecken geblieben. Zumeist Stücke seiner aktuellen CD „Screamer“ blueste Pearson von der Bühne. Später auch Blues-Klassiker.

Allen gemeinsam gilt: rhythmisch, tiefsinnig, leidenschaftlich. Und die Band? Italiener – wer hätte das von einer so prächtig aufspielenden Bluestruppe gedacht? Auch ohne ihren Hauptdarsteller hätte diese Formation den Abend zum Blues-Vergnügen gemacht – doch mit Big Pete hatte das Ganze eine besondere Magie.

Der präsentierte sich nach der Pause besonders volksnah. Statt auf der Bühne fand man den Künstler im Saal. Schweren Schrittes kämpfte sich der 75-Jährige von Besucher zu Besucher.

Ein tiefer Blick hier, ein Lächeln da und auf den Lippen „Honey, Shugar, Baby“ – das Publikum hätte ihn am liebsten mit nach Hause genommen.

Als dann noch ein Rock-’n’-Roll-Medley folgte und Big Pete die Hüften kreisen ließ, war die Stimmung nicht mehr zu toppen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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