Neu im Kino: Die starbesetzte Komödie „Otto’s Eleven“ überschreitet zu selten die Blödelschwelle

Bösewichte auf Spiegeleiland

Quintett auf Abwegen: Max Giermann als Oskar (von links), Arnd Schimkat als Artur, Mirco Nontschew als Mike, Otto Waalkes als Otto und Rick Kavanian als Pit. Foto: dapd

Die Zipfelmützen haben Otto und seine Mannen abgesetzt, aber dem komödiantischen Grundprinzip von „7 Zwerge“ bleiben Waalkes und sein Regisseur Sven Unterwaldt auch in „Otto’s Eleven“ treu. Eine unschuldige, verschworene Männergemeinschaft ist auch hier der Ausgangspunkt. Allerdings lebt die Herren-WG nicht im Wald, sondern auf einer Insel im friesischen Wattenmeer. Spiegeleiland wurde als etwas größere Sandburg im Studio aufgeschüttet.

Eine Webpage soll Touristen locken. Aber die beiden, die da vom Schiff steigen, sind nicht an der Idylle interessiert. Der Casinobetreiber Jean Du Mersac (Sky Du Mont) und seine Sicherheitsbeauftragte (Stephanie Berger) entwenden Ottos einziges Familienerbstück, das Gemälde eines Vier-Jahreszeiten-Zyklus, mit dessen Verkauf der Schuft Millionen verdienen will. Da heißt es zusammenstehen wie ein Mann, und so tuckert das Herren-Quintett gen Festland, um dem Dieb das Handwerk zu legen.

Grob durchsortiert sind die komödiantischen Charaktere. Waalkes selbst gibt den unbedarften Einfallspinsel, Mirco Nontschew den tumben Muskelprotz, Rick Kavanian den aufbrausenden Koch, Max Giermann den eitlen Schönling mit der Fönfrisur und Arnd Schimkat den unentbehrlichen Computerfreak, der sich in alle Sicherheitssysteme hackt. Bei so viel Comedy-Power bleibt kein Kalauer im Keller, und alle Spielteilnehmer dürfen wilde Grimassen schneiden. Der Film überschreitet selten die Blödelhumorschwelle und hat nur wenige von Waalkes’ genial-banalen Wortwitzattacken, mit denen er sich in seinen Fernsehauftritten als eigenes Label etabliert hat. Dem Comedy-Produkt fehlt eine Handschrift, um aus dem allzu harmlosen ein saukomisches Vergnügen zu machen.

Genre: Komödie

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!::

Kinofinder unter

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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