Bombastik und Romantik: Jubiläumskonzert des Uni-Orchesters

Leisteten wieder Beachtliches: Die Musiker des Uni-Orchesters unter der Leitung von Dirigent Malte Steinsiek. Foto: Herzog

KASSEL. „Es macht Spaß, im Uni-Orchester mitzuspielen, da alle an einem Strang ziehen und jeder eine möglichst gute Leistung aus sich herausholen möchte, um einzigartige Aufführungen zu ermöglichen.“ So der Beitrag des 19-jährigen Hornisten Andreas Horn für die Jubiläumsbroschüre „seines“ Orchesters. Vom Abiturienten bis zum Professor hat man Statements gesammelt. Eine tolle Idee zum 20-jährigen Bestehen des Uni-Orchesters.

Ein andere tolle Idee ist die Auftragskomposition „eigendynamik“ von Thomas Höhl. Der junge Komponist, der im Vorjahr mit dem Kasseler Kunstpreis der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung ausgezeichnet wurde, hat ein imposantes Stück geschrieben, wie viele Zuhörer in der Friedenskirche beim ersten der beiden Jubiläumskonzerte erfuhren.

Klangsituationen vom Bombastischen bis zum Schillernden setzt Höhl rhythmisch packend in Szene. Dies erinnerte zuweilen an amerikanische Komponisten, etwa an John Adams, und war außerdem raffiniert besetzt, nämlich für Sinfonieorchester und Streichquintett (hier: Hartmut Hillmer, Christian Schumacher, Lisa Faber, Sebastian Schilling und Marc Janos Willi).

Danach setzte man mit Tschaikowskys Fünfter Sinfonie alles auf die romantische Karte. Vielleicht hätte dem ersten Satz ein schnelleres Tempo gutgetan. Doch insgesamt leisteten der umsichtig-feinsinnige Dirigent Malte Steinsiek und das Orchester wieder Beachtliches. Souverän exponierten die Klarinettistinnen Katja Rudolph und Clara Schwaiger das „Schicksalsmotiv“, erst recht ein Hit war im 2. Satz das Hornsolo von Andreas Horn. Hochverdienter, langer Beifall.

Wiederholung: Samstag, 19 Uhr, Martinskirche.

Von Georg Pepl

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