Das denkmalgeschützte Instrument wurde in St. Elisabeth feierlich geweiht

Bosch-Orgel erklingt wieder

Festgottesdienst in St. Elisabeth: Viele Menschen wollten die hier neu errichtete Bosch-Bornefeld-Orgel hören. Auf der Empore das Collegium Vocale mit Leiter Thomas Pieper. Foto: Fritsch

Kassel. Die Orgelweihe wurde gleich im ersten Teil des Festgottesdienstes am Sonntagabend vollzogen: Gut 600 Besucher in der katholischen Kirche St. Elisabeth am Friedrichsplatz – es gab längst nicht genug Sitzplätze – wollten die neue Bosch-Bornefeld-Orgel, die dort jetzt eindrucksvoll über der Empore thront, endlich klingen hören.

Und nach der kurzen Weihezeremonie, die der Fuldaer Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke in Vertretung von Bischof Heinz Josef Algermissen vornahm, war es dann so weit. Der Magdeburger Kathedralorganist Matthias Mück hatte die Ehre, das Instrument als Erster öffentlich zu spielen. Er ließ zunächst einzelne sanfte, tiefe Pedaltöne erklinge und erweiterte in einer dem Anlass perfekt angemessenen Improvisation das Klangspektrum allmählich immer weiter, bis am Ende das Plenum, der strahlende Klang des gesamten Orgelwerks, den Raum erfüllte.

Ein feierlicher Moment, dessen Bedeutung nicht nur von Generalvikar Stanke in seiner Predigt, sondern auch von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen in einem Grußwort gewürdigt wurde.

Tatsächlich ist die Kasseler „Orgelwanderung“ ein einmaliges Ereignis. Der Dank der Kirchengemeinde St. Elisabeth galt daher der evangelischen Kirche, die das zuvor in der Martinskirche befindliche denkmalgeschützte Instrument zum symbolischen Preis von einem Euro der katholischen Gemeinde überlassen hat. Ein ganz besonderes ökumenisches Projekt, das durch die Beteiligung des evangelischen Dekans Jürgen Renner an der Gestaltung des Gottesdienstes auch einen sichtbaren Ausdruck fand.

Pfarrer Peter Bulowski von der Gemeinde St. Elisabeth hatte reichlich Anlass für Dankesworte: An die Niestetaler Orgelbaufirma Werner Bosch, die das Instrument für den Wiederaufbau restauriert hat, an das Bistum Fulda, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und das hessische Landesamt für Denkmalpflege, die einen erheblichen Teil der Umbau- und Aufbaukosten von 610 000 Euro übernehmen. Aber auch an die Gemeinde, die 65 000 Euro an Spenden für die Bosch-Bornefeld-Orgel aufgebracht hat.

Wie gut dieses Instrument nicht nur optisch, sondern auch klanglich in den Kirchenraum von St. Elisabeth passt, demonstrierte Organist Matthias Mück mit seinem Orgelspiel, das die vielfältigen klanglichen Möglichkeiten des Instruments offenbarte. Mit vollem Werk und dem aus rotierenden Glöckchen bestehenden Zimbelstern begleitete er zum Abschluss den Gemeindegesang beim Choral „Großer Gott, wir loben dich“.

Von Werner Fritsch

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