Für ihr neues Album hat Soul-Sängerin Joss Stone ihre eigene Plattenfirma gegründet

Joss Stone: Der Boss ist sie jetzt selbst

Nahm ihr fünftes Album mit Eurythmics-Gründer Dave Stewart auf: Die britische Sängerin Joss Stone (24). Foto: Sony

Dass gut Ding nicht immer Weile braucht, beweist Joss Stone mit ihrer neuen CD „LP1“. Darauf zeigt die britische Sängerin, wie umwerfend selbst gemachter Soul-Pop klingen kann - wenn er von Herzen kommt.

Für die 24-Jährige war ihr fünftes Album nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern zudem ein Befreiungsschlag. Nach acht erfolgreichen Jahren im Musikgeschäft gründete Joscelyn Eve Stoker, wie Joss Stone richtig heißt, ihre eigene Plattenfirma Stone’d Records und löste sich von den Zwängen sämtlicher Vorschriften.

Das war ein lang gehegter Traum der Ausnahmekünstlerin mit der rauchigen Soulstimme, die bereits mit 16 ihren ersten Vertrag bei einem New Yorker Label unterschrieb und kurz darauf mit der Single „Super Duper Love“ weltweit für Furore sorgte. Erfolgreiche Alben, ein Model-Vertrag für GAP, zahlreiche Auszeichnungen, Schauspielerfahrungen im Kino sowie in Fernsehserien und sogar einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde sorgten für ein ertrag- und abwechslungsreiches Leben. Das war allerdings häufig fremdbestimmt.

Damit sollte nach dem Neuanfang mit eigener Plattenfirma Schluss sein. So entschied sich Stone, ihre neue CD mit dem Eurythmics-Gründer Dave Stewart in Nashville/Tennessee aufzunehmen. Die Zusammenarbeit funktionierte so gut, dass die zehn Lieder nach sechs Tagen fertig waren. „Es war der größte Spaß, den ich je hatte“, sagt Stone.

Dass auf diese Weise ein sehr reifes Werk mit klaren Strukturen entsteht, mag verwundern - ist aber der Fall. Die immer emotionsgeladene Stimme von Joss Stone steht bei allen Songs im Vordergrund, wohingegen die Instrumente wie bei „Landlord“, „Cry Myself to Sleep“ und „Don’t Start Lying To Me Now“ den Gesang lediglich zart untermalen.

Richtig funkig geht es bei „Karma“ zu, und einen Schuss vom berühmten Nashville-Sound haben „Boat Yard“ sowie „Last One to Know“ abbekommen. Wie all das klingt, zeigt stellvertretend die erste Single „Somehow“: Dunkler Soul gepaart mit kraftvoller Melodie, die gemeinsam gute Laune versprühen und dabei alles andere als oberflächliche Lala-Musik sind.

Wer handgemachten Pop-Rock mit aussagekräftigen Texten und einer umwerfenden Soulstimme sucht, wird sie beim Neuanfang von Joss Stone auf „LP1“ finden.

Joss Stone: LP1 (Stone’d Records/Surfdog Records). Wertung: !!!!:

Von Anne Kirchberg

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