Bosse bittet zum Tanz: Sänger lässt Kasseler Kulturzelt beben

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Immer in Bewegung: Rockmusiker Bosse springt und tanzt bei seinem Auftritt am Donnerstag quer über die Bühne und reißt damit alle 900 Besucher im Kulturzelt mit.

Kassel. Ob das Stück eher ruhig oder laut ist, ist Axel Bosse egal. Es hält ihn nie lange am Mikrofonständer, er muss immer laufen, springen, tanzen.

Mit seinen Bewegungen nimmt er die ganze Bühne ein, mit seiner Musik das gesamte Publikum im Kulturzelt.

Das Konzert ist ausverkauft, 900 Besucher drängen sich in das Zelt in der Karlsaue, vor der Bühne ist es eng und warm. Nach den ersten Liedern schwitzt aber vor allem der, der den meisten Platz hat: Nach „Du federst“, „Roboterbeine“ und „Drei Millionen“ – alles Stücke von älteren Alben – ist Axel Bosse auf Betriebstemperatur. Sein T-Shirt wechselt er nur, weil es zu klein ist, wie er dem Publikum erklärt. Das sorgt schon für erstes Gelächter.

Überhaupt quatscht der 35-jährige Rockmusiker viel, wenn er die musikalischen Pausen überbrückt: Über seine Anfänge als Musiker zwischen Döner und Billy-Regalen, seine Zeit in Istanbul, Depressionen und Anekdoten aus seiner Jugend. Alles mit viel Klamauk, im Dialog mit seinen Musikern. Allein damit gewinnt Bosse das Publikum für sich, es wird viel gelacht. Und trotzdem kriegt Bosse immer wieder den Dreh zum nächsten Stück.

Erst zur Mitte des Konzertes kommt Bosse mit seiner sechsköpfigen Band zu den größten Hits: Bei „Schönste Zeit“, „So oder so“ und „Frankfurt Oder“ bebt der Boden des Kulturzelts. Es wird gesprungen, geklatscht, mitgesungen – die Energie des Zappelphilipps auf der Bühne steckt an.

Doch dann wird es ruhig und ernst: „Hört einfach nur zu“, bittet er das Publikum bei der ersten Zugabe, einem neuen Stück. „Nehmt es nicht auf und ladet es irgendwo hoch.“ Der Titel „Mordor“ ist das erste Lied seines neuen Albums. Und es klappt: Nur für wenige Sekunden ist ein Smartphone über den Köpfen des Publikums zu sehen, ansonsten bleibt es dunkel. Den Text des neuen Stücks trägt Bosse zunächst allein vor. „Morgen bist du fort von hier“, ist eine wiederkehrende Zeile des Stücks, die Bosse zitiert. „Da geh ich dann hoch mit der Stimme, da singt dann der Chor“, erklärt er das Stück, bevor er es mit der Band spielt.

Den Abschluss feiert Bosse nach knapp zwei Stunden mit zwei Krachern: „Tanz mit mir“ und „Kraniche“ bringen seine Fans noch einmal zur Ekstase, es regnet rot-goldenes Konfetti, die Schnipsel kleben auf dem durchnässten T-Shirt von Axel Bosse. „Danke, dass das Konzert ,bums‘ ausverkauft war“, ruft er und verbeugt sich zum Abschied.

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