Neu im Kino: „The Messenger“ über Irakkrieg-Folgen in den USA

Botschafter des Todes

Schwierige Aufgabe: Woody Harrelson als Tony Stone in „The Messenger“. Foto:  ap

Sie ziehen sich vor der Autofensterscheibe das schwarze Barett bis über den Haaransatz, bevor sie sich auf den Weg zu ihrem Einsatz machen. Es ist immer der gleiche Satz, mit dem sie beginnen: „Der Verteidigungsminister bedauert zutiefst, Ihnen mitteilen zu müssen …“ -weiter kommen sie nicht, da brechen der Vater, die Mutter, die Ehefrau, die Freundin in Tränen aus oder beschimpfen die Soldaten, deren Aufgabe es ist, den Hinterbliebenen die Todesnachrichten aus dem Irakkrieg zu übermitteln.

Will Montgomery (Ben Foster) wird vom erfahrenen Captain Tony Stone (Woody Harrelson) in die Aufgabe eingewiesen. Den Gefühlsregungen der Betroffenen wird die Disziplin der Soldaten entgegengestellt.

In Oren Movermans beeindruckendem Regiedebüt „The Messenger” wird der Krieg in die Heimat getragen. Der Film wirft einen menschlichen, analytischen und gezielt verengten Blick auf die direkten Folgen des Krieges in einer Gesellschaft, die die außenpolitische Drecksarbeit als Dienstleistung an Berufssoldaten abgegeben hat. „The Messenger“ ist eine präzise Studie über die Grenzen psychologischer Verdrängungsmechanismen.

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

Von Martin Schwickert

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