Brachial bis lustig: Comedy-Metaller Nanowar of Steel im K19

KASSEL. Jeder kennt den Schwarzwald. Beim Metal-Konzert am Freitag im K19 wurde ein Wald besungen, der bis auf einen einzigen Buchstaben genauso hieß. Dieses Kunststück vollbrachte die italienische Combo Nanowar of Steel - berühmt für ihren Mix aus harter Musik und Comedy.

Überhaupt spielen die römischen Spaßbarden gern mit den Buchstaben. Der Name Nanowar bezieht sich auf die Band Manowar, die Helden des True Metal, des „wahren“ Metal. Nanowar setzen auf Persiflage, ihren Stil nennen sie „Parody Gay True Metal“.

Zu später Stunde kamen die fünf Italiener im schrägen Outfit auf die Bühne des gut gefüllten Clubs. Einer der Musikanten erschien im Tutu, und ihren auf Deutsch gesungenen Hit „Schwanzwald“ hatten sie auch dabei. Eine Gassenhauer-Melodie über ein Dorf nahe Freiburg im Breisgau. In diesem Dorf soll es keine Frauen geben, was dem Spaß aber keinen Abbruch tut: „Die Leute waren froh mit einem Finger im Po.“

Nun ja, die Metal-Fans erfreuten sich der karnevalesken Auflockerungen, die sie sich wirklich verdient hatten. Zuvor hatten nämlich schon drei andere Bands aufgespielt. Und da ging’s thematisch um ganz andere Dinge.

Einen Song über Hass und Feuer („Hate and Fire“) wuchtete und knurrte die Kasseler Band Solace in die Gehörgänge. Die Ugly Earthlings aus Bebra boten einen Tribut an Black Sabbath - beginnend mit dem gleichnamigen Song, dessen Tritonus-Riff auch hier für wohliges Gruseln sorgte.

Stark auch die Kasseler Band Mesmerized mit ihrem ebenso brachialen wie anspruchsvollen Stil. Zwischen vokalen Extremlagen pendelte Frontmann Armin Eichenberg. Sogar Adeles „Skyfall“ wurde gecovert.

So war der von 98Records und Masters of Cassel präsentierte Abend ein reichhaltiger Trip durch ein in seiner Komplexität manchmal unterschätztes Genre.

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