Bradley Cooper über seinen neuen Film „Silver Linings“

Auf Bewährung: Pat (Bradley Cooper) wohnt wieder bei seinen Eltern Delores (Jacki Weaver) und Pat Sr. (Robert de Niro). Foto: dpa

Die alkoholgeschwängerte Komödie „Hang-over“ machte Bradley Cooper 2009 zum Star. Doch neben der Fortsetzung arbeitete der Amerikaner, der 2011 vom Magazin „People“ zum „Sexiest Man Alive“ gewählt wurde, eisern an seiner Karriere.

Er spielte am Broadway an der Seite von Julia Roberts und stand für den Thriller „The Place beyond the Pines“ vor der Kamera. In der Tragikomödie „Silver Linings“ von Regisseur David O. Russell, die jetzt in die Kinos kommt, spielt Cooper den jähzornigen Pat Solatano, der den Liebhaber seiner Frau krankenhausreif geschlagen hat und nach acht Monaten in der Psychiatrie einen Neuanfang sucht.

Der Film „Silver Linings“ ist für mehrere Golden Globes nominiert, auch Sie können auf die begehrte Kristallkugel hoffen. Haben Sie schon einen Platz im Schrank reserviert?

Bradley Cooper: Nein. Natürlich sind Preise toll, aber viel wichtiger als für mich sind sie für diesen Film. Er ist nicht einfach zu vermarkten, weil er kein Genrefilm ist und ein ernstes Thema anspricht. Wie gelingt es Menschen, deren Leben einmal aus den Fugen geraten ist, wieder Fuß zu fassen? Wenn Kritiker mit ihrer Nominierung sagen, das ist gelungen, ist das neben der Empfehlung durch Zuschauer die beste Werbung.

Tief im Herzen ist es aber doch eine romantische Komödie?

Cooper: Sicher hat der Film einige Elemente einer romantischen Komödie. Es wäre aber falsch, ihn so anzukündigen. In der ersten halben Stunde fällt es schwer, Pat Solatano zu mögen. Er verstößt gegen alle Bewährungs-Auflagen und verbeißt sich in die Vorstellung, an sein altes Leben nahtlos anknüpfen zu können. Es ist dann ein langwieriger Prozess, wieder Sympathie für ihn zu wecken.

Haben Sie Verständnis für seinen Ausraster, nachdem er seine Frau mit ihrem Liebhaber erwischt hat?

Cooper: Ich bin vorsichtig mit einem Urteil, denn kein Mensch kann seine Hand dafür ins Feuer legen, wie er in einer solchen Situation reagieren würde.

Entscheidend ist dann, dass er erkennt, dass das Problem bei ihm liegt?

Cooper: Ja, und auf diesem Weg zum Silberstreif am Horizont begleitet ihn der Film. Zu Beginn des Films meint Pat, sich und das Problem seines schnellen Ausrastens unter Kontrolle zu haben. Er merkt, dass es nicht so einfach ist, sich im Griff zu haben, wie er es in der Klinik gelernt hat. Entscheidende Hilfe sind dabei seine Familie und Freunde. Das ist auch meine Erfahrung, daher hat mir das Buch sofort zugesagt.

Und das war ausschlaggebend?

Cooper: Nein, ich wollte unbedingt mit Regisseur David O. Russell arbeiten, der vielen Schauspielern in Hollywood tolle Rollen gegeben hat, die entscheidend für ihre spätere Karriere waren. Als ich dann hörte, dass Robert de Niro und Jennifer Lawrence an meiner Seite spielen, war mein Glück perfekt.

Dann ist es auch ein Abschied vom „Hangover“-Image?

Cooper: Mit „Hangover“ ist Schluss, wenn der bereits abgedrehte dritte Teil im Kino war. Die Rolle hat mich populär gemacht, ich hatte aber nie den Eindruck, dass ich durch sie festgelegt oder in meiner Wahl eingeengt wurde. Meine Theaterarbeiten oder andere Rollen erregten nur niemals die Aufmerksamkeit dieser Komödien.

Liebäugeln Sie mit der Regie?

Cooper: Ich würde das gern versuchen, wenn das Projekt stimmt. Vom Ton her müsste das Buch ähnlich sein wie das von „Silver Linings“, Humor und Drama sollten dicht beieinanderliegen. (ricore)

Von Katharina Dockhorn

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