Er brennt für seine Band: Rapper Jaison Burn

Zu Gast bei Radio HNA: Die Kasseler Musiker (von links) Marc Hartmann alias DJ Zwei Fuffziger, Igor Kamens alias Jaison Burn und Sascha Werner. Foto: Lohr

Jaison Burn aus Kassel macht schon seit 13 Jahren HipHop. Nun hat er sich mit Band neu erfunden. Auf dem Album "Freigeist" klingt sein Indie-Rap nach großen Vorbildern wie Casper.

Kassel. Für sein neues Album hat der Kasseler Rapper Jaison Burn nicht nur 13 Songs geschrieben, sondern auch 50 Briefe. Die verschickte er per Mail an Plattenfirmen, um für sich und die CD „Freigeist“ zu werben. Geholfen hat es nichts: Der 30-Jährige erhielt fünf automatische Antworten, zehn Absagen und sonst nichts.

„Freigeist“ erscheint trotzdem an diesem Freitag. Im Internet-Zeitalter verdienen Musiker zwar kaum noch Geld mit ihrer Kunst, aber dafür sind sie auch nicht mehr auf eine Plattenfirma angewiesen. Mit seinen Songs, die Burn in Eigenregie aufgenommen hat, landet er nun vielleicht ohne die Unterstützung eines Labels einen Hit. Songs wie „Hey“ und „Fünf Tage“ über Freundschaften und das Erwachsenwerden sind HipHop für Leute, die eigentlich keinen HipHop mögen.

Aus dem Kasseler, der abseits der Bühne Igor Kamens heißt und vor 13 Jahren mit typischem Battle-Rap angefangen hat, ist mittlerweile ein Musiker mit echter Band geworden. Mit dem Kasseler Multiinstrumentalisten und Produzenten Sascha Werner (29) sowie DJ Zwei Fuffziger (Marc Hartmann, 34) hat er nicht mehr einfach Melodien gesampelt, wie es im HipHop lange üblich war, sondern alles live eingespielt.

Das Ergebnis mit Rockgitarren und Pianomelodien erinnert an erfolgreiche Kollegen wie den Bielefelder Casper oder den Berliner Prinz Pi, der einst durch den aus Kassel stammenden Produzenten Matthias Millhoff zum Indie-Rap kam.

„Es ist das allererste Mal, dass ich nur das gemacht habe, worauf ich Bock hatte“, sagt Burn, der sich als Freigeist bezeichnet. Begonnen hat die musikalische Karriere des aus Kasachstan stammenden Russlanddeutschen, als er mit acht Klavier lernte. Als Rapper schaffte er es bis ins bundesweite Finale des Talentwettbewerbs SAB Jam Session.

Heute arbeitet er im Baunataler Volkswagen-Werk, hat den Traum aber noch nicht aufgegeben, von der Musik leben zu können. „Wir wollen aus Kassel rauskommen“, sagt Burn. Er brennt sozusagen für die Musik - ganz ähnlich wie der Vellmarer Singer/Songwriter Lucas Mohr, mit dem er die Single „Hey“ aufgenommen hat.

Sie klingt, als würde Everlast von der HipHop-Legende House of Pain nun auf Deutsch singrappen. Es könnte sein, dass sich die eine oder andere Plattenfirma noch ärgern wird, sich nicht bei Jaison Burn gemeldet zu haben.

Jaison Burn: Freigeist. 

Wertung: 4 von 5 Sternen.

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