Quintette Faust und Quatuor Diotima – Zwei Ensembles aus Paris, gemeinsam auf der Bühne des Musikfestes

Brillante Bläser, coole Streicher

Zusammenspiel von Streichern und Harfe: Naaman Sluchin (Violine), Yun Peng Zhao (Violine), die aus Kassel stammende Louise Pühn (Harfe), Franck Chevalier (Viola). Foto: Fischer

KASSEL. Das Musikfest „Moments Musicaux 2011“ in der documenta-Halle in Kassel bescherte eine großartige Woche mit den reichen Facetten der französischen Musik. Vielseitig waren darüber hinaus die Ansätze der Interpretation selbst. In der Popsprache würde man sagen: Die Old School war ebenso vertreten wie die New School.

Am Freitag hatte das Quatuor Diotima, das man zur neuen Schule zählen kann, den ersten seiner beiden Auftritte beim Kasseler Musikfest. Die vier Streicher pflegen mit analytischer Klarheit einen schlanken, transparenten Klang. Und sie haben eine verwegene Energie, wirken dabei aber cooler als die Vertreter der romantischen alten Schule.

Ein mächtiger Eindruck war die wie aus dem Nichts aufbrausende Attacke im Finalsatz von George Onslows Streichquartett c-Moll (1834). Überhaupt stellten die vier Herren klar, dass Onslow, der seinerzeit den Ruf eines französischen Beethoven hatte, ein spannender Komponist ist.

Schon vom Vortag bekannt waren die brillanten Bläser des Quintette Faust, die hier mit Leichtigkeit und Perfektion Musiken von Milhaud und Ibert spielten. Charakteristisch der Bläserklang, gerade beim Basson, dem französischen Fagott. Der Basson liegt mit seiner etwas nasalen Tönung näher beim Fagott der Barockzeit als die deutsche Variante.

Kasseler musizieren mit

Am Konzertbeginn und zum Ausklang musizierten Kasseler mit den Franzosen. Die junge Musikerin Louise Pühn sorgte in Ravels „Introduction et Allegro“ für zauberhafte Harfentöne, und in Beethovens großem Septett trug Kontrabassist Jan Harborth zum stringenten Spiel bei. Was folgte, war ein langer Applaus der 160 Zuhörer.

Von Georg Pepl

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