Gitarrenvirtuose Peter Finger beeindruckte

Brillanter Erzähler

Peter Finger

Kassel. Der Meister erzählt: von tragischer Liebe, von Goethes „Totentanz“, vom Zauber der Kunst und der ewigen Musik. Jede Geschichte ein Meisterwerk auf der akustischen Gitarre. Peter Finger ist ein Geschichtenerzähler mit großer Ausstrahlung und ein Alleskönner auf der Gitarre – mit Weltniveau. Sein Gitarrenspiel ist weich, komplex und gefühlvoll. Die Töne des „Requiem For A Best Friend“ fließen und perlen beim Konzert im Theaterstübchen am Samstag voller Dankbarkeit und Trauer.

Peter Finger zelebriert die Schönheit des akustischen Gitarrenspiels. Er ist ein Virtuose der Technik des Fingerpicking. Dabei bedient er sich aller Stilelemente klassischer und populärer Musik. Er mixt lateinamerikanische Rhythmen mit Maurice Ravel, baut den Blues ein und klingt in manchen Tönen wie die 12-saitige portugiesische Gitarre. Überhaupt meint man, es würden mehrere Gitarristen spielen, wenn er seine „Miniaturen“ in zwölf Sekunden abfeuert oder bei „Onkel Frédéric“ Chopin-Zitate in die Eigenkomposition schmuggelt. Vertrackte Jazzphrasierungen verwandelt Finger in Leichtigkeit und Transparenz. Seine verbalen Spaziergänge in die eigene Biografie machen einen Abend mit Peter Finger nicht nur interessant, sondern auch musikalisch erlebnisreich, weil er jede erzählte Geschichte auch vertont.

Denkt er beim „Summer in France“ an die erste Begegnung mit seiner französischen Frau? Jede Eigenkomposition ist voller Poesie und zurückhaltender Anspielungen.

Zum Schluss Goethes Ballade „Totentanz“, erzählt und gespielt. Für einen Augenblick ist das gut besetzte Theaterstübchen Goethes Friedhof. Nur ein kurzer Moment - dann löst sich die Spannung in einem Feuerwerk der meisterlichen Gitarrentechnik. Ein toller Abend.

Von Michael Lacher

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