Broilers in Kassel gefeiert - Schwächeanfall der Bassistin

Kassel. Wie geht eine Band damit um, wenn jemand nach gut der Hälfte des Konzertes die Bühne wegen gesundheitlicher Probleme verlassen muss?

Die Stimmung war gut, als auf einmal die Bassistin Ines Maybaum nicht mehr auf der Bühne zu sehen war.

Niemand weiß, was los ist. Frontmann Sammy Amara verkündet, dass sie Kreislaufprobleme habe. Der Ehemann der Bassistin, gleichzeitig Stagehand der Broilers, übernimmt kurzfristig den Part an der Bass-Gitarre. Unruhe und Unsicherheit sind auf der Bühne zu spüren. Was ist mit Ines?

Die Musiker unterhalten sich in den Pausen zwischen den Titeln. Weitermachen? Aufhören? Die Stimmung ist zerrissen zwischen „The Show must go on“ und „Wir machen uns Sorgen“. Die Lage entspannt sich, als aus dem Backstage die Nachricht kommt, dass Ines zwar die Bühne nicht mehr betreten wird, es ihr aber gut gehe.

Begonnen hatte das Konzert damit, dass die Broilers, die selbst einst als Vorband der Toten Hosen auftraten, die Bühne für eine halbe Stunde der Rostocker Band Dritte Wahl überließen. Knackige politische Texte, die den Rechtsruck in der Gesellschaft kritisieren. Solider Punkrock, der die Stimmung anheizt, so soll es sein.

Der eigentliche Auftritt der Broilers beginnt mit einem ihrer größten Hits „Ist da jemand?“. Die Stimmung ist vom ersten Moment an euphorisch. Das Quintett um Sänger Sammy Amara, der gerade für die deutsche Version des Charity-Songs „Do They Know It’s Christmas Time“ mit anderen Stars der deutschen Musikszene im Studio war, strahlt große Freude aus. Der Funke springt aufs Publikum über und wieder zurück, und die ersten sechs Songs werden ohne Pause und Ansage durchgespielt. Die Party hat begonnen. Die echten Fans sind textsicher, der Rest beschränkt sich aufs Mitjohlen der vielen „Ohos“ und „Ahas“.

Konzert der Punkrockband Broilers

Dann der Schock wegen der gesundheitlichen Probleme von Ines Maybaum. Danach aber kehrt die vorige Leichtigkeit nahezu zurück. Der größte Hit der Band „Meine Sache“ mit dem dazugehörigen Mittelfinger aus dem Refrain des Songs wird gebracht. Der erste Song des Konzertes ist gleichzeitig auch der letzte. „Ist das jemand?“ kommt noch einmal. Die Stimmung ist wieder so gut wie am Anfang. Die Band ist glücklich, das Publikum auch, und am Ende bleibt: ein sehr schönes, euphorisches Konzert. Und: Gute Besserung, Ines!

Von Henning Beste

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