Konzert der Düsseldorfer Band

Die Broilers in Kassel: Verschwitzte Stadionatmosphäre im Club

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Gab alles: Frontsänger und Gitarrist Sammy Amara beim Auftritt der Broilers in Kassel.

Kassel. Für beste Feierlaune haben die Broilers bei ihrem Konzert im Kasseler Club 130bpm gesorgt.

Das war schon kein Aufwärmen mehr, das glich eher einem Belastungs-EKG in einem römischen Dampfbad. Dass die Deutschrock-Formation Broilers ihre Konzertsaison im 130bpm eröffneten, glich einer Sensation, denn eigentlich ist der Kasseler Club zwei Nummern zu klein für die Düsseldorfer Dauerbrenner. Entsprechend schnell waren die Tickets über den Tresen gegangen. In der ausverkauften Halle kochte der Kessel. Doch alle waren bereit zu schwitzen. Die Band, die Fans und das Servicepersonal.

Düsseldorf scheint ein gutes Pflaster für professionellen Punkrock zu sein, denn auch der Opener Kopfecho kommt aus der Geldadel-Metropole am Rhein. Mit schnörkellosen Gitarren und klugen Texten lieferte das Quartett um Leadsängerin Amy die Impulse, die ein leidenschaftlicher Konzertabend braucht. Nach einer kleinen Umbaupause kroch leise und unauffällig das Flamenco-Motiv „Preludio Vanitas“ aus den Membranen und mündete in einem elektrisierenden „Zurück zum Beton“.

Die Broilers in Kassel: Verschwitzte Stadionatmosphäre im Club

Bei einem Auftritt der Broilers wird nicht geschunkelt oder andächtig gelauscht. Da wird gesoffen, gepogt und gejohlt, bis der Arzt kommt. Flächendeckendes Partygewimmel und Bierdusche inklusive. So ließen entfesselte Bewegungs-Enthusiasten Seite an Seite Dampf ab – die Intensität reichte vom energetischen Schwelbrand bis zur Explosion. Dabei wirkte Frontsänger und Gitarrist Sammy Amara wie ein Fels in der Brandung.

Der Anspruch: Stadionatmosphäre mit intelligenter Sozialkritik zu einem massenkompatiblen Budenzauber zu vernetzen. Dabei bleiben die rhythmischen Angebote schlicht.

Songs wie „Ist da jemand“, „Meine Familie“ und „Keine Hymnen heute“ sorgen einfach nur für gute Stimmung. Das Publikum ließ die Band jede Sekunde spüren, dass man es als eine Art Ehre empfindet, dass Kassel neben den großen Festivaladressen als Konzertort ausgewählt wurde. Über zwei Stunden bestes Entertainment versetzte die vorwiegend in schwarzen T-Shirts (Aufschrift: „Welt in Flammen“ oder „Sex, Sound & Soul“) eingekleideten Gästen in Hochstimmung. Einzig im Bassbereich hätte man sich etwas mehr Druck gewünscht.

Von Andreas Köthe

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