Claudia Blumes Holzschnitte in der Galerie Krätz

Brücke zu den Walen

Lieblingsbild: Galerist Simon Krätz vor einem Holzschnitt von Claudia Blume. Foto: Gebhardt

Kassel. Der Holzschnitt stellt zwar das älteste grafische Druckverfahren überhaupt dar, aber seit seinem Höhepunkt im Buch- und Zeitschriftendruck des 19. Jahrhunderts ist er in den Künsten eher untergeordnet, auch wenn vor allem die Expressionisten der Technik neue Impulse verliehen.

An den expressionistischen Holzschnitt knüpft die Kasseler Künstlerin Claudia Blume (Jahrgang 1955) mit ihren starkfarbig leuchtenden Motiven, derzeit in der Galerie Krätz in einer schönen Ausstellung zu sehen, zweifellos an. Ist aber der klassische Holzschnitt im Rahmen der Gebrauchsgrafik ihrem Nutzen entsprechend eher kleinformatig, weisen Blumes Drucke vergleichsweise enorme Formate auf und sind schon deshalb Blickfänge, denen man sich nicht entziehen kann.

Die handwerkliche Präzision, die Exaktheit des Drucks, die bei Plattenformaten von mehreren Quadratmetern nicht leicht zu handhaben ist - denn die einzelnen Farben werden nach und nach in mehreren Durchgängen gedruckt -, ist faszinierend.

Blumes Motive sind traditionell: Menschen und Tiere, erotische Szenen, frontal oder von der Seite. Entscheidend ist der „archaische“, an südliche Volkskunst erinnernde Impetus. „Durch meine Kunst will ich eine Brücke bauen, um wieder mit den Tieren, den anderen Nationen, den Wölfen, den Walen, den Pferden in eine Kommunikation zu treten“, schreibt die Künstlerin. Solche Selbsterklärungen sind nicht immer hilfreich. Denn ob Kunst wirklich dazu angetan ist, um mit Tieren zu kommunizieren, mag doch ernsthaft bezweifelt werden.

Der hohen Qualität ihrer Bildschöpfungen und ihrer Umsetzung tut das immerhin keinen Abbruch.

Arbeiten von Claudia Blume. Galerie Krätz, Sophienstr. 34, bis 4. März, Di.- Fr. 10-13 Uhr u. 15-19 Uhr und Sa. 11-14 Uhr.

Von Andreas Gebhardt

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