Musik von traditionellen Instrumenten aus Japan und aus Südamerika im Schlachthof

Brücke zwischen Kulturen

Gezupfte Harmonie: Koto-Spielerin Tomoko Kihara und Charango-Spieler Diego Jascalevich im Schlachthof. Foto: Schachtschneider

Kassel. Träumen, genießen, entspannen: Den Zauber zweier exotischer Folk-Instrumente erlebten am Mittwoch die Besucher im gut gefüllten Kulturzentrum. Der in Kassel lebende Charango-Virtuose Diego Jascalevich aus „Buenos Aires-Kassel“, wie er sich augenzwinkernd vorstellte, und die japanische Koto-Spielerin Tomoko Kihara traten gemeinsam auf.

Mal solo, mal im Zusammenspiel präsentierten die beiden die klangreichen Welten ihrer Zupfinstrumente. Die Charango, das Instrument von Jascalevich, ist auch für Nichtkenner relativ leicht einzuordnen. Es sieht aus wie eine kleine Gitarre und klingt auch so ähnlich. Doch die Koto? „Sieht aus wie ein langes schmales Holzboot mit Wäscheleinen bespannt“, hörte man einen Besucher sagen.

Auch Jascalevich hatte dafür einen humorvollen Spruch parat: „Das Instrument von Japan hierher zu bekommen, hätte den doppelten Preis gekostet, weil es doppelt so groß ist wie seine Besitzerin.“ Eine Lösung für dieses Problem fand sich in Ahnatal-Weimar. Eine Koto-Spielerin stellte Tomoko Kihara ihr Instrument für diesen Abend zu Verfügung.

Und was ist nun eine Koto? Die Japanerin erklärte es in ihrer Landessprache. Eine Besucherin übersetzte. Es ist eine saitenbespannte Wölbbrett-Zither, die im Klang an eine Harfe erinnert und in Japan eine bald 2000 Jahre lange Tradition hat. Über die Stege aus Plastik oder Elfenbein spannen sich 13, 20 oder gar 30 Saiten. Die eine Hand drückt die Saiten nieder, die Finger der anderen, über die Elfenbeinkappen gestülpt sind, zupft die Tonfolgen. Das Ergebnis begeisterte: perlend und silberhell wie eine Harfe, natürlich und entspannend.

Wunderbar auch, wie harmonisch diese beiden Instrumente aus verschiedenen Kulturwelten bei Improvisationen und traditionellem Folkloregut miteinander verschmolzen – auch bei der Zugabe von Bachs „Jesus bleibet meine Freude“. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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