Zum Brüllen komisch: Sommerakademie-Ausstellung der Caricatura

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Jedes Jahr versammelt die Kasseler Caricatura Zeichner aus ganz Deutschland zu ihrer Sommerakademie. Die Teilnehmer des bundesweit einmaligen Workshops lernen, wie man gute Witze zeichnet. Nun zeigt die Galerie für komische Kunst im Kulturbahnhof die besten Cartoons.

Kassel. Lustig sein kann sehr anstrengend sein. Die 19 Zeichner, die an der Sommerakademie der Kasseler Caricatura teilgenommen haben, wissen das. An jedem der acht Tage im Kulturbahnhof nannten ihnen die Referenten Ari Plikat und André Poloczek alias Polo ein neues Tor des Tages, einen Begriff, zu dem sie manchmal in nur vier Minuten einen Cartoon zeichnen sollten.

Solche Extrembedingungen bereiten auf die Härten des Alltags vor, in dem es komische Kunst nicht immer leicht hat. Aber die Workshop-Teilnehmer der Sommerakademie, die auch im achten Jahr deutschlandweit einmalig ist, sind wirklich gut, wie die Ausstellung der besten Arbeiten nun in der Caricatura zeigt.

Einige Teilnehmer haben gerade erst die Schule abgeschlossen, andere kommen von der Universität oder haben sich schon einen Namen gemacht wie Dorthe Landschulz, die im Vorjahr mit dem Deutschen Karikaturenpreis ausgezeichnet wurde, in der Bretagne lebt und nicht zum ersten Mal an der Sommerakademie teilnahm.

100 Zeichnungen hat das Team um Martin Sonntag und Saskia Wagner zusammengestellt. Manches ist zum Brüllen komisch wie der Cartoon von Michael Holtschulte aus dem westfälischen Herten. Es sollte um Pinocchio gehen, und Holtschulte zeichnete die Kinderbuchfigur mit langer Lügennase beim Pokern, die Mitspieler sagen: „Ich will sehen!“

Manches rührt sogar das Herz - zum Beispiel Holtschultes Roboter, der vor einem älteren Automaten steht und staunend fragt: „Opa?!“ Entstanden ist der Cartoon nach einer Exkursion ins Kasseler Technik-Museum, der auch dazu dienen sollte, einen Lagerkoller im Kulturbahnhof zu verhindern.

Dabei hat es den Teilnehmern im Seminar offensichtlich gut gefallen. Einmal feilten manche noch nachts um eins an ihren Arbeiten, ehe „wir sie hinausgeschmissen haben“, wie Wagner mit einem Lächeln sagt. Lustig sein kann also auch Spaß machen.

Bis zum 29. Juni in der Caricatura-Galerie im Kulturbahnhof, Rainer-Dierichs-Platz 1. Geöffnet: Dienstag bis Freitag 14-20 Uhr, Samstag und Sonntag, 12-20 Uhr. www.caricatura.de

Von Matthias Lohr

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