Bruno Mars: Hut ab vor dem kleinen Elvis

Die RTL-Show "Mini Playback Show", in der Mädchen und Jungen Hits großer Popstars nachsangen, war ein Quotenbringer der 90er - wurde aber auch gescholten, weil die Kleinen vorgeführt würden. Bruno Mars wurde ebenfalls vorgeführt - so sieht es jedenfalls auf den alten Mittschnitten aus, in denen er als Vierjähriger Elvis Presley imitiert.

Mars hieß damals noch Peter Hernandez und lebte mit seinen Eltern und fünf Geschwistern auf Hawaii. Sein Vater, ein Musiker aus Puerto Rico, unterhielt Touristen fünf Abende pro Woche in einem Hotel mit einer Musikrevue, in der die Familie Motown-Hits und Pop-Medleys sang.

Vierjähriger Elvis: Bruno Mars imitiert den King

Das Video zur Hit-Single "Just The Way You Are"

Der größte Star war Peter als „Little Elvis“, wie ihn die Zeitungen nannten. Mittlerweile ist Hernandez alias Mars 25, und er beteuert, von seinen Eltern nie unter Druck gesetzt worden zu sein: „Sie mussten mich sogar bremsen.“ Das sollte jetzt auch mal jemand tun, denn so schnell wie der Mann mit dem Hut ist selten jemand am Pop-Himmel aufgestiegen. Der US-Musiker ist derzeit allgegenwärtig. I

m vergangenen Jahr schrieb Mars als Mitglied des Produzententeams The Smeezingtons mit seinem Kumpel K’naan „Wavin’ Flag“, die Hymne der Fußball-WM. Auch für „Fuck You!“, den Soul-Hit des US-Musikers Cee-Lo Green, ist Mars verantwortlich. Dann schaffte er es als Sänger für die Rapper Travie McCoy („Billionaire) und B.o.B. („Nothin’ On You“) in die Top Ten, und nun macht sein in der vergangenen Woche erschienenes Debütalbum alle verrückt. „Doo-Wops & Hooligans“ bietet die perfekte Mischung aus R’n’B, Soul, Pop und Reggae.

Vierjähriger Elvis: Bruno Mars als Presley-Imitator

Die Hit-Single „Just The Way You Are“ ist eine Liebeserklärung an alle Frauen. Viele Songs klingen wie Produktionen des legendären Motown-Labels, bei dem Mars mit 18 selbst einmal unter Vertrag stand. Das Album wimmelt von eingängigen Wortspielen wie: „You can count on me / like one, two, three / I can count on you / like four, three, two.“ Auf Mars, der gleich für sechs Grammys nominiert ist, kann man zählen.

Zwar ist er schon mit 17 nach Kalifornien gezogen, aber seine Heimat hört man immer noch aus seinen Songs. „Hawaii liegt in der Mitte der Welt“, sagt er, „so kommt man mit jeder Form von Musik in Kontakt.“ Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass „Count On Me“ ein bisschen wie „Over The Rainbow“ klingt, mit der der dicke Hawaiianer Israel Kamakawiwo’ole 13 Jahre nach seinem Tod berühmt wurde.

Peter Hernandez war früher auch etwas fülliger, weshalb ihn sein Vater in Erinnerung an den 120-Kilo-Wrestler Bruno Sammartino den Spitznamen Bruno gab. Mars kam hinzu, weil Bruno nicht von dieser Welt sei. Manchmal hat das Wunderkind jedoch irdische Probleme: Im Herbst wurde Mars in Las Vegas wegen Kokainbesitzes festgenommen. (mal)

Bruno Mars: Doo-Wops & Hooligans (Atlantic / Warner).

Wertung: Fünf von fünf Sternen

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