Der Kasseler Komedy Klub wartete mit Slapstick, Action und viel Klamauk auf

Brusthaare als Belohnung

Laut, hampelig und frech: Das Kölner Comedy-Duo „ONKeL fISCH“ ließ das Publikum des Kasseler Komedy Klubs nicht zur Ruhe kommen und stellte unter anderem ein vielversprechendes Nachrichtenformat mit Ballermann-Feeling vor. Foto: Fischer

Kassel. Wer noch immer daran glaubt, das Schneiden zu vieler Grimassen führe irgendwann zu einem auf ewig entstellten Gesicht, dem beweist Jeff Hess das glatte Gegenteil: Der gebürtige Amerikaner trat als erster von drei Showacts bei der jüngsten Ausgabe des Kasseler Komedy Klubs (KaKK) am Montag auf die Bühne des Starclubs und erfreut sich einer erstaunlich flexiblen Gesichtsmuskulatur.

So konnte er trotz einiger heikler mimischer Entgleisungen sehr schnell zumindest wieder geradeaus gucken. Mit allzu schadenfrohen Zuschauern machte er kurzen Prozess: Lacher wurden wortlos mit einem Spritzer aus seiner Wasserpistole und einem tödlichen Blick bestraft.

Für die nächsten Künstler hingegen ist verbale Zurückhaltung ein Fremdwort. Das Comedy-Duo ONKeL fISCH kündigte Moderator Brian O’Gott, der auch diesmal wieder tatkräftig von seinem Techniker, dem Gitarristen Stolle unterstützt wurde, als zwei Menschen an, die „immer, ja wirklich immer reden“.

Tatsächlich kamen die Kölner Adrian Engels und Markus Riedinger kaum zum Luftholen. Mit einer schier unerschöpflichen Energie hampelten sie über die Bühne und präsentierten Reformkonzepte für so ziemlich alles. Die Zauberformel lautete dabei stets „Party, Party, Party“ und so stellten die beiden ihre „Ballermann-Nachrichten“ vor, die Jugendliche für das politische Tagesgeschehen begeistern sollen und in denen sich die Wettervorhersage auf ein pragmatisches „Hauptsache, das Bier ist kalt!“ beschränkt.

Hacki Ginda, der als Ersatz für den verhinderten Marcel Wagner einsprang, hätte in seiner Rolle als minimalistischer Clown auch gern so einiges gesagt, doch die Bühne des Starclubs war gespickt mit heimtückischen Fallen, die den Münsteraner einfach nicht zu Wort kommen ließen. Sein entnervtes „Oh nä!“ wurde zum geflügelten Wort, welches die Zuschauer nur zu gern aufgriffen, wenn Hacki schon wieder mit der Brille am Mikrofon hängen blieb oder sich im Kabel verhedderte.

Dafür wurden sie generös mit Hackis ausgerissenen Brusthaaren belohnt, außerdem gab er seine Interpretation von „King Kong“ zum Besten, an dessen Ende - wie hätte es anders sein können - die blonde Frau versehentlich zerquetscht wird. Oh nä.

Die nächste Ausgabe des Komedy Klubs findet am 3. Oktober um 20 Uhr im Starclub statt.

Von Hannah Becker

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