Hildegard Jaekel zeigt Objekte und Malerei in der Adventskirche

Bühne für Stimmungen

Hildegard Jaekel

Kassel. „Das Ganze sollte aussehen, als wäre es schon immer hier gewesen“, sagt die Künstlerin Hildegard Jaekel über ihre Ausstellung „Wandlungen“ in der Adventskirche. Das ist ihr gelungen. Die Gemälde und Objekte fügen sich harmonisch in den Kirchenraum ein. Vor allem der Malerei kommt ihre ruhige, meditative Wirkung zugute.

Jaekel malt mit Staub, Asche und Erde aus aller Welt. Die Oberflächen sind mal rau und schorfig, mal samtig glatt, die Farbskala reicht von kräftigem Rotbraun bis zu zartem Grau. Schwarze Linien aus Ruß umreißen Formen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit. Man denkt an Pergamentrollen, an Stofffalten - und sieht im nächsten Moment wieder nur Farbflächen und die Beschaffenheit des Materials. Diese Offenheit ist Programm: „Ich baue mit meinen Bildern nur eine Bühne für die Stimmung des Betrachters.“

Eine deutlichere Sprache sprechen ihre Objekte. Wie man schon am wohl bekanntesten Werk der Kasseler Künstlerin sehen kann, dem „Stuhl des Chefredakteurs Karl Marx“ vor der Friedenskirche, lassen sie sich in der Regel als Allegorien lesen, als bildliche Umsetzung einer bestimmten Idee. In der Ausstellung steht für diese Werkgruppe die wie in einem Guckkasten platzierte menschliche Figur, die der Welt den Rücken zudreht. Oder das steinerne Schiff auf einem Fluss aus Blei.

„Jedes Objekt erzählt eine Geschichte“, sagt Jaekel. Dem möchte man sofort zustimmen. Aber ob tatsächlich je „ein Objekt nur eine Aussage hat“, wie sie energisch hinzufügt - das sollte vielleicht jeder Betrachter für sich selbst entscheiden. Denn eigentlich wäre das schade.

Adventskirche, Lasallestraße 2, bis 16.11., So 12-13, Mo, Di 10-12 Uhr und n. V.

Von Fabian Fröhlich

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