Bühnenpremiere: Barack Obama als Musical-Star

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Jimmie Wilson überzeugt als Barack Obama im Musical "Hope".

Frankfurt - Die Geschichte des Hoffnungsträgers Barack Obama erobert die Bühne: Das Musical "Hope" feierte in Frankfurt Premiere. Das Echo der Kritiker und des Publikums war jedoch durchwachsen.

Barack Obama ist der Star. “Hope“ heißt das Musical über den US-Präsidenten, das am Sonntagabend in der Frankfurter Jahrhunderthalle Premiere feierte. Knapp 2000 Menschen waren dabei.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Barack und Michelle Obama lernen sich in den 80er Jahren kennen. 2008 wird er zum Präsidenten der USA gewählt. Gezeigt werden in dem Musical unter anderem der Wahlkampf, der Wahlabend und die Vereidigung.

Friedensnobelpreis: Obama als Hoffnungsträger

Der charismatische Barack Obama. Er schenkt der Welt neue Hoffnung auf dauerhaften Frieden. Auch wenn er bis jetzt noch nicht alle Ziele erreicht hat, setzten Menschen aus aller Welt auf ihn. © DPA
Barack Obama ist der erste schwarze US-Präsident. Bereits seine Kandidatur um das höchste Amt im Land galt als Zeichen, dass die Rassenschranken in den Vereinigten Staaten immer niedriger werden. © DPA
In seiner bisherigen Amtszeit hat er sich vor allem für eine Welt ohne Atomwaffen stark gemacht und sich bemüht, das Verhältnis zu den Muslimen zu verbessern. © DPA
Obama wurde am 4. August 1961 als Sohn eines schwarzen kenianischen Austauschstudenten und einer weißen Amerikanerin auf Hawaii geboren. © DPA
Dort wuchs er die ersten Jahre auf. Nach der Trennung der Eltern heiratete die Mutter einen Indonesier, die Familie zog nach Jakarta, wo Obama bis 1971 auf die Schule ging. Danach wuchs er bei seinen weißen Großeltern in Hawaii auf. © DPA
Nach einem Politikstudium in New York, Sozialarbeit in Chicago und einem Jurastudium an der Eliteuniversität Harvard lehrte Obama an der Universität von Chicago Rechtswissenschaft - und bereitete sich auf seine politische Karriere vor. © DPA
1996 schaffte er den Sprung in den Senat des Bundesstaates Illinois, 2004 in den US-Senat in Washington. © DPA
Bereits im Februar 2007 kündigte Obama seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur an. Zunächst galt er als hoffnungsloser Außenseiter. © DPA
Wahlexperten waren überzeugt, dass Obama gegen die ehemalige First Lady Hillary Clinton keine Chance habe. Doch er überzeugte mit rhetorischer Brillanz, die die Menschen fesselte. Seine Botschaft war eingängig: “Hoffnung“, “Wandel“ und “Versöhnung“. © DPA
Am 20. Januar 2009 wurde Obama in Washington als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. In seiner ersten Rede schwor er seine Landsleute auf einen Neuanfang in Amerika ein und forderte „eine neue Ära“ von Verantwortung und Frieden. © DPA
Obama gilt als nachdenklicher, pragmatischer links-liberaler Politiker, der vor allen den ritualhaften Parteistreit un den Politikstil in Washington überwinden will. © DPA
Ein weiteres, wichtiges Ziel ist die Beschränkung des Einflusses der Lobbyisten und höhere Steuern für die Reichen. © DPA
Obama will die ZS-Truppen aus dem Irak zurückziehen, von den Europäern erwartet er aber ein stärkeres Engagement in Afghanistan. © DPA
Bei seinen Reden wirkt er überzeugend. © DPA
Seine charismatische Ausstrahlung fasziniert Menschen rund um den Globus. © DPA
Obama privat. Hier mit seiner Frau nach dem Essen zum 17. Hochzeitstag. © DPA
Obama spricht viel mit seinen Händen. Eine liebevolle Eigenschaft, die seine Worte oft unterstreicht. © DPA
Mit wenigen Worten bringt er die Umstände auf den Punkt. © DPA
Wenn Obama spricht ist alles still. © DPA
Er versteht es zu Reden. © DPA

Parallel dazu treten auf der Bühne immer mal wieder Bürger aus Chicago auf und berichten von ihren Sorgen. Über drei Stunden dauert das Stück. Weniger wäre mehr gewesen, nach der Pause blieben einige Plätze leer. Das Musical endet mit dem Lied “Hope“, da ist es schon fast Mitternacht.

Die Zuschauer beklatschten die Musical-Darsteller lautstark. An den Darstellern liegt die Langatmigkeit des Stückes nicht, sie verstehen allesamt ihr Handwerk. Unter anderem der Wahl-Frankfurter Jimmie Wilson überzeugt als Barack Obama, dem er sehr ähnlich sieht.

John McCain, Sarah Palin und Hillary Clinton

Wilson kommt aber erst knapp eine Stunde nach Öffnung des Vorhangs auf die Bühne. Der Autor Randall Hutchins konzentriert sich in dem überladenen Stück auf etliche Randaspekte. Sie werden oft nur kurz gestreift, wie etwa die Finanzkrise in einem Gespräch auf einer Straße in Chicago. Der Irakkrieg wird mit den vermissten Söhnen einer Familie abgehakt.

Mehrfach tritt die Mutter von Michelle Obama auf, ebenso US- Politiker wie John McCain, Sarah Palin und Hillary Clinton. Der Tod der Großmutter Obamas ist ebenfalls ein Thema, quasi nebenbei tanzen auch noch Afrikaner und ein Scheich über die Bühne. Dazwischen erscheint immer mal wieder ein Erzähler, der den Zuschauern das Stück erklärt.

Die meisten Dialoge sind in englischer Sprache, der Erzähler gibt im Nachhinein eine kurze Inhaltsangabe. Bei manchen englischen Texten läuft auf der Bühnenwand die deutsche Übersetzung mit, die einige Rechtschreibfehler enthält.

Zuschauer trommeln auf ihren Sitzen

Am Ende des Musicals läuft es dann andersherum: Der Erzähler redet deutsch, im Hintergrund erscheint die englische Version. Etwas seltsam ist der Anfang des Stückes, als eine Stimme “zahlreiche interaktive Momente“ verspricht und das “Profi Drumming Team“ vorstellt. Das zeigt den Zuschauern, wie sie auf den Stühlen, auf denen sie sitzen, trommeln können.

Getrommelt werden dürfe aber nur auf Aufforderung, ermahnt die Stimme. Wie es mit “Hope“ weitergeht, ist am Ende des Premierentages noch unklar. “Wir haben mehrere Optionen“, formuliert es der Frankfurter Regisseur Roberto Emmanuele. Am liebsten würde er zunächst deutschlandweit mit seinem Stück auf Tour gehen, Termine gebe es jedoch noch keine.

dpa

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