Büste der Nofretete bleibt in Berlin

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Zwei starke Frauen unter sich. Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch im Neuen Museum in Berlin.

Berlin - Der Streit geht in die zweite Runde: Auch als Leihgabe wird die Büste der Nofretete nicht nach Kairo kommen. Dr. Zahi Hawass will beweisen, dass die Büste sich unrechtmäßig in deutscher Hand befindet.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) lehnt eine Leihgabe der Nofretete nach Ägypten ab. Eine Ausleihe und ein damit verbundener Transport der Büste sei “schon aus konservatorischer Sicht völlig ausgeschlossen“, teilte ein Sprecher Neumanns mit. Ein offizielles Rückgabeersuchen der ägyptischen Regierung gebe es nicht. “Verhandlungen kann es darüber auch nicht geben, da der Erwerb seinerzeit rechtmäßig war.“ Ägyptens Antikenchef hatte wiederholt die Rückgabe der 3500 alten Büste gefordert, die seit Oktober im Neuen Museum auf der Museumsinsel steht. Ägyptische Medien zitierten Zahi Hawass, den Chef der Altertümerverwaltung, am Montag mit den Worten: “Die Nofretete- Büste war von einem deutschen Archäologen aus Ägypten herausgeschmuggelt worden, durch Täuschung und Verschleierung.“

Täuschung wird vehement bestritten

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bestreitet, dass der Archäologe Ludwig Borchard, der die bemalte Büste der Gattin von Pharao Echnaton im Dezember 1912 in Tell al-Amarna ausgegraben hatte, den damaligen Antikeninspektor in Kairo bewusst getäuscht hat. Hawass hatte Deutschland darum gebeten, sie zur Eröffnung eines neuen großen Museums in Ägypten in fünf Jahren auszuleihen. Der Pariser Louvre hat gerade fünf antike ägyptische Malereien nach Kairo zurückgeschickt. Wie Hawass am Dienstag erklärte, stammten die 3500 Jahre alten Malereien aus dem Grab eines Würdenträgers in der Nähe der Stadt Luxor. Sie waren 1975 gestohlen und vom Louvre zwischen 2000 und 2003 erworben worden. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte die Kunstwerke in der vergangenen Woche in einer Zeremonie in Paris dem ägyptischen Präsidenten Hosny Mubarak übergeben.

dpa

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