Prall von A bis Z

Bunte Märchencollage "Eloise" überzeugt bei Premiere im Schauspielhaus

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Ein Feuerwerk aus optischen und musikalischen Delikatessen: Das bot die Premiere von „Eloise“ im Schauspielhaus. Mit ihrem kräftigen Sopran begeisterte Antonia Modes als Eloise (links) und Simon Rubisch war als Hexe Volhek furchteinflößend. 

Kassel. Ein Feuerwerk aus optischen und musikalischen Delikatessen: Das bot die Premiere von „Eloise“ im Schauspielhaus.

„Wer verzweifelt liebt, muss darauf vertrauen, dass es Wunder gibt“: Darauf läuft es hinaus. Die Königstochter Eloise muss ihrer Sendung folgen und ihre sieben (in Kassel acht) Brüder retten. Denn für die Geburt einer Tochter hatte das Königspaar der bösen Hexe Volhek einst ihre Söhne versprochen. Als Eloise älter wird, erfährt sie den Grund für die Traurigkeit der Eltern. Mit dem ganzen Willen einer Heranwachsenden gelingt es ihr, die Brüder zu befreien. 

Aus diesem Märchenmischmasch hat Carol Barratt ein Libretto geschaffen, das ihr Mann, der walisische Komponist Karl Jenkins, vertont hat. Das Theater-Jugendorchester Kassel und der Kinderchor Cantamus haben es am Samstag auf die Bühne des Schauspielhauses gebracht und unter riesigem Jubel aufgeführt.

"Adiemus"-Komponist am Werk

Jenkins ist ein Popstar der Musik in doppeltem Sinn. Zum einen kommt er von der Popmusik, zum anderen ist er durch einige Stücke wie die Werbemusik „Adiemus“ weltweit bekannt geworden. So wie „Eloise“ aus verschiedenen Traditionen zusammengesetzt ist, so ist auch die Musik für das Sechzigminutenstück ein Komglomerat aus Klassik, Händel (die Huldigungsmusik), Oper („Carmen“ lässt grüßen), Leonard Bernstein und Musicalschmalz. Jenkins findet stets mehr, als dass er erfindet. Seine Könnerschaft besteht im Anverwandeln. Was die Premierenbesucher geboten bekamen, das war ein Feuerwerk aus optischen und musikalischen Delikatessen. 

Unter der Leitung von Maria Radzikhovskiy spielte das Theater-Jugendorchester mit seinen vierzig Kindern und Jugendlichen den gar nicht einfachen Orchesterpart sehr genau und in guter Übereinstimmung mit den Sängerinnen und Sängern aus dem dreigeteilten Cantamus-Chor (Prinzen, Hexen, Hofmädchen), der seine überwiegend einstimmigen Stücke sehr kräftig und punktgenau sang. 

Kinder und Jugendliche zeigten Begabung

Die Solorollen waren ebenfalls mit Kindern und Jugendlichen besetzt, und es zeigten sich hervorragende Begabungen, zum Beispiel Antonia Modes mit sehr kräftigem und dramatischem Sopran als Eloise oder Eva Carlberg mit glockenreiner Stimme als Amme. Ansgar Lorenz sang den König, Leonie Helferich die Königin, Simon Rubisch die furchteinflößende Hexe Volhek. Die drei Freier (einer bekommt am Ende Eloise zur Frau) waren Benjamin Klein, Alexander Schneider und Stavros Katsageorgis. 

Die Inszenierung verantwortete Janis Knorr. In dem Bühnenbild (Sibylle Pfeiffer) mit dem bonbonfarbenem Königsschloss und, als Kontrast, dem grauen Labyrinth der Hexenwelt, gab es viel Aktion. Die Kostüme von Ariella Karatolou verdienen einen Sonderpreis.

Pralles Musiktheater also von A bis Z.

Von Johannes Mundry

Weitere Aufführungen: 15., 17., 18., 21. Juni. Karten: 05 61/1 09 42 22

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